Blog-Artikel von Tom

    Werden Garnelen - ich nenne es mal "suboptimalen" Umständen ausgesetzt - dann kann das langfristige Folgen haben - dass was unter "Garnelensterben" beschrieben wird. Garnelensterben kann schnell gehen, Wochen, oder Monate, gar Jahre andauern. Es können in kurzem Zeitraum viele Garnelen verenden oder aber alle paar Tage / Woche / Monat eine oder mehrere. Wenn man zweifelt, dass die Garnele an Ihrem natürlichen Lebensende angekommen ist, weil sie vielleicht erst mittlere Größe hat sollte man das beobachten. Gerne kann man hier im Forum den vorhandenen Fragebogen ausfüllen oder aber mir den Fragebogen zukommen lassen (einfach im Hilfe Bot (blaue Sprechblase rechts unten) auf der Shopseite das Stichwort "Fragebogen" eingeben). Ich werde mir Zeit nehmen das Problem zu finden - wenn Sie sich Zeit nehmen den Fragebogen so vollständig wie möglich auszufüllen. Nebenbei, zu 99,9% finde ich den Problempunkt über den Fragebogen und kann Ihnen mit Ratschlägen helfen.


    Wann wendet man Baytril an?
    Baytril ist ein Breitband-Antibiotika. Das heißt es tötet eine Vielzahl für unsere Garnelen gute und böse Bakterien, wenn man es ins Aquarium Wasser gibt. Hat man ein dauerhaftes, langsames ableben von Garnelen wegen einem "suboptimalen" Punkt, dann muss man erst mal verstehen was da eigentlich passiert:


    Ich versuche es ganz einfach zu erklären. Garnelen haben ein rudimentäres Immunsystem. Wird die Belastung (wegen dem suboptimalen Punkt) für die Garnele zu groß, versagt das Immunsystem und es siedeln sich "böse" Bakterien im Darm der Garnele an. Diese Bakterien beharken die Garnele in dem sie versuchen über die Darmbarriere in die Garnele einzudringen. Das dauert - ist aber wirkungsvoll und wenn geschafft, die Garnele ist dann tot.

    Das erste was man übrigens tun sollte wenn die Garnelen apathisch sind ist: den pH im Aquarium Wasser kontrollieren, dieser sollte über 6,5 sein.


    Bakteriell befallene Garnelen erkennen
    Man erkennt leidende Garnelen an:
    Die Garnelen wirken apathisch, die Fressfüsschen laufen nicht flink, sie sitzen regungslos - der Großteil des ganze Stammes.


    Oder aber die Garnelen sind unterwegs, man betitelt sie als agil, es gibt auch Babys und Jungtiere, aber im Verhältnis sind sehr wenige bis gar keine Garnelen größer als 2 bis 2,5 cm. Die Reproduktion sorgt dafür, dass der Stamm nicht ausstirbt, aber er schleppt ein bakterielles Problem mit sich rum - die Garnelen werden nicht groß. Übrigens, die größte Neocaridina die ich bei gesehen habe lag bei 5 cm. Aber das war ein Tier das in optimalsten Verhältnissen gelebt hatte und zusätzlich noch "Feinddruck" in Form von Fischen gehabt hat. Feinddruck = Garnele wächst.


    Oder aber man schaut sich sein Garnelen an und entdeckt einzelne andersfarbige: Bei Caridina (Tiger, Bienen usw.) rötliche oder leicht rosane oder wenn die Garnele eigentlich einen transparenten Körper haben sollte (die meisten Tiger) sind diese weislich/trübe. Einzeltiere die herausstechen sollte man entfernen von dem Stamm.
    Aber Achtung, es gibt auch viele Garnelenarten die bei Stress etwas "trübe" werden. Nach einem Transport z.B. oder in einem relativ neu eingefahrenen Aquarium. In der Regel wird dies von alleine überwunden vom Garnelenstamm. Auffällige Tiere sollten vom Stamm entfernt werden, sie stecken andere an wenn sie ableben und von den Artgenossen als Snack gefressen werden.


    Bakteriell befallene Garnelen mit Bytril behandeln
    Ist man sich (fast*) sicher, dass eine bakterielle Infektion vorherrscht kann man mit Baytril behandeln. Baytril gibt es nur beim Tierarzt. Die Herausgabe von Baytril wurde 2018 verschärft. Es gibt Anweisungen an die Tierärzte dieses (Reserve-) Antibiotika sorgfältig einzusetzen um Resistenzen zu verhindern. Manche Tierärzte verweigern (deshalb) die Herausgabe von Baytril. Die Gründe können sein: Er möchte die Garnele erst ins Labor senden zur Untersuchung. Das ist für uns während dessen die Garnelen sterben eine unangenehme Wartezeit und kostet natürlich extra. Der Tierarzt setzt die Anweisung um Baytril weniger einzusetzen. Diese "Anweisung von Anfang 2018" betrifft jedoch nicht den Einsatz im Aquariumwasser, dass hat der Tierarzt vielleicht übersehen. Oder, es ist dem Tierarzt schlicht zu wenig Geschäft, denn eine aufgezogene Spritze mit Baytril für das Aquariumwasser kostet nicht so viel. Bei Verweigerung hilft nur hartnäckig bleiben oder den Tierarzt wechseln.


    Ich habe oben geschrieben (fast*) sicher. Ob das Problem eine bakterielle Infektion ist oder nicht sieht man leider erst wenn man mit Baytril behandelt hat. Es können in der ersten Nacht noch stark geschädigte Garnelen verenden und am nächsten Tag ist der ganze Stamm jedoch wieder agil und nicht mehr apathisch.


    Wann Baytril nicht hilft
    In der Regel, durch "suboptimale Bedingungen" zur bakteriellen Infektion geführte Garnelen lassen sich mit Baytril zu 99% wieder auf die Schiene des Lebens zurück bringen. Es gibt aber Ausnahmen. Vielleicht haben Sie schon bemerkt, dass ich in meinem Shop diverse Garnelen gelistet

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    Am besten eine Tasse Kaffee oder Tee holen, zurücklehnen und meinen Beitrag in Ruhe lesen. Was jetzt kommt ist prinzipiell ein komplexes Thema welches ich versuche so einfach wie möglich darzustellen damit man es verstehen kann. Ich versuche auch alle aufkommenden Fragen zu behandeln.
    Mit diesem Beitrag stelle ich viele (getragenen) Meinungen und noch mehr geschriebene Meinungen im Internet auf den Kopf. Das ist mir bewusst und ich gehe zum Schluß noch etwas darauf ein.
    Generell betrifft das Thema des Artikels nur Osmose Anlagen Benutzer. Aber auch die Leitungswasser Garnelen Halter können hier noch nützliches Wissen aufschnappen.


    Grundkenntnisse pH Wert
    pH - der Messwert der aussagt ob das Wasser sauer, neutral oder basisch ist. Alles unter pH 7 ist sauer. Je weiter unterhalb 7 der pH ist, desto saurer ist das Wasser - nicht linear sondern proportional steigt der Säuregrad. Das bedeutet, dass der pH zwischen 6,9 und 6,5 - sagen wir - "sauer" ist. Zwischen pH 6,5 und 6,0 ist das Wasser auch sauer, aber nicht im selben Maße wie im Verhältnis 6,9 bis 6,5 sondern DEUTLICH saurer. Also, je tiefer es geht mit dem pH steigt der Säuregrad überpropotional stark an.


    Jetzt kommt die alles entscheidende Frage: Wie hoch ist Ihr pH im Wechselwasser? Diese Frage habe ich das vergangene 3/4 Jahr bei vielen Supporttelefonaten gestellt: Es kam dann oft wie aus der Pistole die Antwort wie zum Beispiel: pH 6,8. Ich sagte dann, dass kann nicht sein und wiederholte die Frage mit Betonung auf "Wie hoch ist Ihr pH im WECHSELWASSER". Nun ja, 99,9% der gefragten konnte mir dies nicht beantworten, da schlicht noch nie der pH im Wechselwasser gemessen wurde.


    Was hat der pH im Wechselwasser für Auswirkungen?
    Ist der pH im Wechselwasser zu tief - das Wechselwasser also sehr sauer - sind es zu allererst die Taiwaner basierten Garnelen, welche zwar Jungtiere bringen aber diese wieder "verschwinden". Bestes Beispiel sind die Taiwan Mischlinge, mit welchen man versucht an Taiwaner zu kommen. Viele "Hilferufe" im Internet lauten "Die Bienen unter dem Nachwuchs sind (und bleiben) da, die kleinen Taiwaner jedoch sind verschwunden". Hierzu - nach meinen Beobachtungen - sind die Taiwaner eine der empfindlichesten Arten gegenüber zu saurem Wasser bzw. die ersten die "verschwinden". Bei älteren Taiwanern die in zu saurem Wasser gehalten werden bzw. die bei einem Wasserwechsel das noch viel sauerer (gleich mehr dazu) Wechselwasser (ab)bekommen werden langsam aber sicher weniger.
    Andere Garnelen-Arten reagieren unterschiedlich auf zu saures Wasser. Manche Neocaridina Arten werden leicht trübe und wo man es am deutlichsten sieht ist generell die Anzahl des Nachwuchses welches in der ganzen Bandbreite (von keinem Nachwuchs bis xx) variieren kann - oder die älteren Garnelen werden gar langsam aber sicher über Wochen / Monate einfach "weniger".


    Wo liegt das Problem?
    Wechselwasser hat einen pH. Wer ihn messen will muss das aufgesalzene Osmose Wechselwasser messen. Reines, noch nicht aufgesalzenes Osmosewasser kann nur mit speziellen Geräten gemessen werden. Der pH des Osmose Wechselwasser hängt an mehreren Faktoren DIE KEINE VERGLEICHE zulassen: Die Leitungswasser Zusammensetzung (ist überall anders!), Zustand des Osmoseanlagen Membranes (älter oder neuer) /Art/Modell der Osmoseanlage.
    Osmoseanlagen sowie Leitungswasserzusammensetzung mäßig betrachtet kann der pH im Osmosewasser von etwa 5,0 bis 6,5 sein. Wird dieses Osmosewasser nun aufgesalzen mit "Mineralsalz für Weichwasser Garnelen" - also GH+ Mineralsalzen passiert folgendes: Diese Mineralsalze können das Wasser nur maximal 0,3 pH Punkte nach oben bringen. Das heisst konkret, dass die (in Deutschland, meine Referenz) verwendeten Osmose Wechselwasser einen pH von 5,3 bis 6,8 haben. Eine sehr große Bandbreite! Und die Problemfälle der "meine Kleinen waren da und sind dann wieder verschwunden" liegen um und unterhalb pH 6. Ich hoffe, es ist deutlich geworden, dass ein kopiertes Setting von z.B. einem Bekannten mit identischem Einrichtungsmaterial - wo es super läuft - nicht zwangsweise an anderer Lokation (mit anderer Leitungswasserzusammensetzung / Osmoseanlage) ebenfalls super läuft.


    Was regelt den pH im reinen Osmosewasser?
    Warum ist die Bandbreite des pH im reinen Osmosewasser so groß? Dazu muss man erst einmal wissen, dass KH - also Karbonatehärte - maßgeblich den pH bestimmt. Wenig KH im Osmosewasser => niedriger pH im Osmosewasser. Viel KH im Osmosewasser => höherer pH im Osmosewasser. Wieso aber ist KH im Osmosewasser wird man sich fragen, die Osmoseanlage filtert doch alles heraus? Nein, das tut sie nicht, aus zwei Gründen: Eine Osmoseanlage kann nur etwa 95% der im Leitungswasser enthaltenen Stoffe zurückhalten. 5% rauschen durch und sind im Osmosewasser. Deshalb ist der Leitwert beim Osmosewasser auch nie null. Der zweite Grund ist, es gibt verschiedene Karbonate. Manche beeinflussen den Leitwert nur sehr gering, haben aber größere Wirkung auf den pH. Man versteht nun, warum der pH

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    Hallo,


    ich möchte euch zeigen worin der Unterschied besteht zwischen hartem Futter und Weich- bzw. Staubfutter. Viele kennen meine Futter Empfehlungen - einige aber sicher noch nicht, deshalb eine kleine Bilderstrecke mit Erklärungen:


    Ich habe hier ein 70 Liter Aquarium mit etwa 150 - 200 Tigergarnelen. Diese sind allgemein sehr verfressen und in dem Aquarium dürfte wohl die nachwachsende Futter-Ressource Mikrolebewesen kaum mehr vorhanden sein. Deshalb wird sich wie ein Aasgeier eigentlich auf alles gestürzt was ins Aquarium geflogen kommt - egal was.



    Ich habe nun einen GT essentials Spinatstick geopfert und folgendes Bild ist entstanden:


    2452-spinat-stick-1-jpg


    Erklärung zum oberen Bild:


    Die Tiger versuchen alle an den harten Stick zu kommen, was für das Auge doch eine wahre Pracht darstellt.
    Kann man sich vorstellen, dass diese Mahlzeit stressfrei ist? Kann man sich vorstellen, dass jeder genug ab bekommt? Kann man sich vorstellen, dass ein Jungtier da ran kommt? Ok, provokative Fragen, natürlich kann man alle mit nein beantworten. Der Durchmesser des "Garnelenballs" ist etwa 8 cm. Das heißt etwa 8 cm "dick" sitzen die Tiere aufeinander/übereinander und ackern um an den Stick zu kommen - und zwar so lange bis der Stick weg ist.
    Läuft so eine Fütterung problemlos ab? Nein. Wenn man solche Fressorgien dauerhaft veranstaltet - hin und wieder mal eine tote Garnele herum liegt wo man sich nicht vorstellen kann wieso diese jetzt tot ist . Oder glaubt irgend jemand, dass bei diesem Gerangel keine Kiemen verletzt werden können?



    Nächstes Bild, etwa ca. 15 Minuten nach dem Stick kam GT essentials Pudding classic geflogen (ich entschuldige mich jetzt schon mal für die weiter schlechter werdende Fotoqualität):


    2453-pudding-classic-1-jpg


    Erklärung zum oberen Bild:


    Hier wird sich gerade auf den Pudding classic gestürzt, der Garnelenball ist etwa 15 cm in der Breite (zur Erinnerung der Stick war 8 cm dick, rundlich beharkt) und sieht erstmal genauso chaotisch aus wie beim Stick. Wobei hier noch weitere Garnelen welche vom Stick noch nichts mitbekommen haben auch schon mit "drauf" sind. Sehr schön ist die sich anbahnende Wolke aus GT essentials Pudding classic Futterpartikel. Dieses Futter enthält übrigens sehr viele Partikel unter der Sichtgrenze des menschlichen Auges, da schwirrt also noch viel(!) mehr "unsichtbar" herum.


    Nächstes Bild:


    2454-pudding-classic-und-spinat-2-jpg


    Erklärung zum oberen Bild:


    Nach wenigen Minuten lässt (rechts das kleine Häufelchen Garnelen) das Interesse am Spinat Stick recht abrupt nach. Durch die Partikelwolken-Verbreitung vom Pudding classic merken die Garnelen, dass es da was deutlich schmackhafteres wohl gibt. Derweil schwillt der Durchmesser des "Garnelenballs" auf etwa 20 cm Breite an, der enge Garnelenball entspannt sich also relativ schnell, den die abschwirrenden Partikel verbreitern das "Fressfeld".


    Weil es so schön aussieht der Zerteilung und "Atomisierung" von Pudding classic zuzuschauen noch ein Bild:
    Übrigens, weiter hinten fressen schon die Jungtiere außerhalb des Pulks, den die Futter-Wolke hat schon -überall- im Aquarium einen feinen Futterteppich ausgelegt. Den muss man nicht sehen! Erinnerung: Sehr viele Partikel sind unter der Sichtgrenze für das menschliche Auge.



    2455-pudding-3-jpg



    Derweil lässt das Interesse am Spinat Stick stark nach:
    (Durch die Futter-Partikel werden die Bilder leider immer schlechter, aber Hauptsache alle Flusen haben den Wanzt voll)



    2456-spinat-interesse-laesst-nach-4-jpg



    Normalerweise gebe ich in ein Aquarium mit so vielen Garnelen mindestens 4 - 5 Pudding classic "Batzen" oder ich drücke das Futter etwa 5 cm unter die Wasseroberfläche an die Seitenscheibe des Aquarium und lasse ihn gleich vom Filterstrom im Aquarium verteilen.
    Als Züchter versuche ich unter allen Umständen "Garnelenballs" bei der Fütterung zu vermeiden und sorge natürlich damit auch dafür, dass alle Jungtiere (und die in diesem Fall auch spärlich vorhandenen Mikroorganismen) im Becken ihren Teil ab bekommen.


    Hochgradig zu empfehlen ist auch GT essentials life!. Life! hat ebenso wie Pudding classic sehr viele Partikel unter der Sichtgrenze des menschlichen Auges und verteilt sich von Haus aus (da es auf die Oberfläche des Wassers gestreut wird) perfekt.

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    Manche haben sich sicher schon den Kopf zerbrochen - bei der schieren Vielfalt an Filter was es hier auf dem Markt gibt - welchen man nehmen soll. Deshalb möchte ich heute etwas zu Filter für ein Garnelen Aquarium schreiben.


    Man denkt ein Filter macht sauberes Wasser, er filtert Schwebstoffe und macht das Wasser klar. Das ist richtig, aber ein Filter tut sehr viel mehr - je nach dem was man für einen einsetzt.


    Porengröße
    Zuerst sei darauf hingewiesen, dass ein Filter Baybgarnelen sicher sein sollte. Leider sind das die wenigsten Filter der einschlägigen großen Filter Hersteller. Eine Babygarnele ist recht klein, es ist einleuchtend, dass sicher gestellt werden muss das die kleinen Flusen nicht in den Filter krabbeln können. Das bedeutet vorrangig, dass ein Filterschwamm mindestens ppi (Poren per inch) 45 haben muss. Werden kleinere ppi Größen verwendet, können die Flusen in den Schwamm krabbeln, stecken bleiben und verenden dort oder wenn es ein elektrischer Filter ist können die Kleinen geschreddert werden. Zu beachten ist, dass unterschiedliche Hersteller, obwohl deklariert als zum Beispiel ppi 30 trotzdem unterschiedliche Größen der Poren aufweisen können (die Poren sind oft größer). Ab ppi 45 ist man auf der sicheren Seite, 60 ppi ist perfekt.
    Schaut man den Filter an und ist sich nicht sicher, ist zu prüfen ob man mit z.B. einer Nylon Damensocke und Kabelbinder den nicht Babygarnelen sicheren Filter sicher machen kann.


    Was macht ein Filter überhaupt genau?
    Nun ja, erst mal filtert er Wasser. Je nach dem wie fein seine Poren sind nimmt er Schwebstoffe aus dem Wasser und macht es so klar. Das ist aber nicht der ausschlaggebende Punkt. In einem Filter bilden sich Bakterien, welche auch das Wasser sauber machen. Aber was für Bakterien und wie funktioniert das?


    Durch organisches Material (z.B. Futter) und Ausscheidungen der Aquarium Tiere bildet sich unter anderem Nitrit im Wasser. Nitrit ist für Fische hochgiftig, für Garnelen etwas weniger gefährlich aber trotzdem völlig unerwünscht. Bakterien in unserem Filter - die auch Sauerstoff benötigen (ich erkläre nachher warum ich "Sauerstoff" erwähne) - haben nun die Aufgabe dieses Nitrit in das deutlich ungefährlichere Nitrat "umzuwandeln". Das funktioniert grandios - wenn die Bakterien sich angesiedelt haben. Zu diesem Umwandlungsvorgang ein paar Infos und Tipps:


    Ist ein Aquarium neu eingerichtet lässt man es ja bekanntlich einlaufen ohne Tierbesatz. Einschlägige Quellen schlagen vor auf den "Nitritpeak" zu warten. Der Nitritpeak kommt, wenn genügend Nitrit im Wasser ist - so das die Filterbakterien was zu fressen haben und das Nitrit dann auf 0 abbauen/umwandeln. Ohne Fressen gibt es aber keine oder nur sehr wenige Bakterien. Das ist auch der Grund warum viele auf einen Nitritpeak warten, der gar nicht kommt. Ich schreib es deutlich: es gibt kein Lebewesen, dass von Luft und Liebe lebt - auch keine Bakterie tut das! Man kennt oder hat schon gehört: es gibt Bakterienstarter. Also kaufbare Filterbakterien zum einbringen. Ich halte das für den größten Humbug aller Zeiten - oder anders - wie quetschen wir Laien und Anfängern über das Gewissen noch mehr Geld aus der Tasche. Die Industrie ist der Meinung mit Bakterien die man reinschüttet - und aber nicht füttert(!) - passt das. Nochmal, was passiert wenn man Lebewesen/Bakterien nicht füttert? Ja genau, sie verhungern oder verkapseln sich wieder - sie dezimieren sich auf alle Fälle. Gut, mit den "Filterbakterien" hat die Industrie nun den ungeduldigen Kunden "beruhigt" was gutes getan zu haben...


    Manchmal erzählen mir neue Halter am Telefon, sie haben das Aquarium nun 6 Wochen, 2 Monate - ein halbes Jahr einlaufen lassen und sie möchten sich nun Tiere holen. Ganz ehrlich, die Change (je länger das Aquarium eingelaufen ist), dass der Erstbesatz nach und nach den Jordan übertritt ist extrem hoch. Oft vielfach höher, als wenn man sofort besetzen würde. Warum? Es gibt zig Arten von Bakterien, ich nennen sie der Einfachheit halber mal "gute" und "schlechte" Bakterien. Ein Aquarium welches sehr lange eingelaufen ist - ohne die Bakterien zu füttern - kann ein Ungleichgewicht zwischen guten und bösen Bakterien erzeugen. Resultat ist wenn es zur Bösen Seite der Macht geht - die neuen Garnelen werden nach und nach weniger nach dem einsetzen. Nimmt man hier dann eine Behandlung vor mit einem Breitband Antibiotika - ab dem Zeitpunkt wo das Medikament in das Aquarium gekommen ist sterben plötzlich keine Garnelen mehr. Was ist passiert? Nun ja, die "bösen" Bakterien beharken die Garnelen über den Darm, dringen über die Darmbarriere in die Garnele und tötet diese über kurz oder länger. Kommt das Breitband Antibiotika, haut es diesen Bakterien eine auf die Mütze - die Bakterien sterben - und damit ist die Belastung für die Garnele weg. Ab diesem Zeitpunkt herrscht Gleichstand im Krieg der guten und der bösen Bakterien - das heißt ab dem Zeitpunkt baut sich idealerweise eine gleichmäßige Population auf

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    Bucephalandra (Abkürzung Buces - gesprochen "Buzes") stellen eine einmalige Rarität da und werden voraussichtlich niemals in größeren Mengen verfügbar sein.


    Warum das so ist, ist schnell erklärt: Die Pflanzen kommen nur in Indonesien vor. Eine Kultivierung durch große Gärtnereien ist faktisch uninteressant, da sie für die Kommerzialisierung zu langsam wachsen. Inzwischen gibt es Gärtnereien die Buce anbieten, meist schneller wachsende, welche ebenfalls i.d.R. von Indonesien importiert werden



    Ich selbst importiere diese Pflanzen in mehr oder weniger großen Stückzahlen direkt aus Indonesien. Das Importrisiko ist erheblich wie man am nebenstehenden Bild sehen kann. Diese Pflanzen waren 5 Wochen unterwegs - angekommen ist unbrauchbarer Matsch.



    Meine Kontakte dort "ernten" die Pflanzen an Bachläufen. Bucephalandra wachsen dort emers (Überwasser) direkt an den Rändern. Führt der Bach Hochwasser sind die Pflanzen teilweise bis zu 3 Monate oder länger überflutet. Deshalb sind sie problemlos submers (Unterwasser) im Aquarium zu halten.



    Update 29.08.2014


    Inzwischen werden Buces in Indonesien auch kultiviert und ich kaufe die Pflanzen von dortigen Farmen.


    Die Pflanzen werden vor dem Import in Indonesien mit einem Gesundheitszeugnis zertifiziert. So ist sichergestellt, dass keine schädlichen Erreger eingeführt werden.


    Auch bei einer normalen Laufzeit von ca. 14 Tage gibt es Bucephalandra Arten die diese Reise von Indonesien nach Deutschland mehr oder weniger gut überstehen.





    Eigenschaften von emers gewachsenen Bucaphalandra

    Durch den Transport leiden die Blätter und können nach dem einbringen im Aquarium abgeworfen werden. Die Pflanze ist deshalb nicht kaputt, sie stellt sich dabei nur um auf das Unterwasserleben. Erfahrungsgemäß aus den letzten Jahren wo ich diese Pflanzen anbiete kommt dieser Blattabwurf jedoch äußerst selten vor.



    Das an sich wichtigste ist das Rhizom, dass ist das Wurzelstück aus dem neue Pflanzentriebe wachsen. Das Rhizom muss fest und hart sein und es werden neue Pflanzentriebe austreiben.




    Eigenschaften von submers gewachsenen Bucaphalandra

    Im Shop führe ich auch einige submers gewachsene Bucephalandra die ich von begeisterten Bucephalandra Fans angeboten bekomme und zukaufe. Deshalb sind hier stets nur geringe Mengen verfügbar.



    An dieser Stelle der Tipp: Bei Interesse an einer ausverkauften Art tragen Sie einfach in der entsprechenden Funktion beim Artikel Ihre Email Adresse ein und Sie erhalten eine Infomail sobald wieder Bestand verfügbar ist. Kommt eine Infomail empfiehlt es sich schnell zu sein, denn die Pflanzen sind heiß begehrt.


    Ein weiterer Vorteil von submers gewachsenen Bucaphalandra ist der, dass sie keine Zeit benötigen zur Umstellung für das Unterwasserleben. In diesem Zusammenhang sollte man wissen, dass die Pflanzen von der Blattfarbe her submers anders aussehen können als emers gewachsene Bucas.



    Bitte beachten:

    Da Bucephalandra teilweise sehr langsam wachsen, sollte die Düngung passen. Machen sich Algen breit hat man nicht lange Freude, den diese setzen sich auch auf die Buce. Die einzige Methode das zu verhinder ist so zu düngen, das Algen keine Change haben. Wie eine Algenfeindliche Düngung aussieht, ist hier beschrieben. Wenn man dran beliebt werden unter Wasser blühende Buce das Auge erfreuen.



    Wie pflanzt man Bucaphalandra im Aquarium ein?

    Im Regelfall nicht wie üblich in den Bodengrund. Sie werden mit einem Nylonfaden auf Steine (z.B. Lava ) aufgebunden und entsprechend platziert. Auch Wurzeln sind ideal geeignet zum aufbinden. Das heißt also, dass Bucephalandra Rhizom wird nicht in den Boden gepflanzt - sie werden als "Aufsitzerpflanzen" verwendet.


    Besonders beliebt sind diese Pflanzen bei Aquascaper und all denen die langsam wachsende Pflanzen bevorzugen um nicht jede Woche nachschneiden zu müssen.


    Da diese Pflanzen eine Rarität darstellen ist die Nachfrage entsprechend hoch. Überschüssige Ableger finden so immer recht schnell einen glücklichen Abnehmer.




    Das Bucephalandra Aquarium

    Sehr reizvoll ist es, diverse verschiedene Bucephalandra Arten zu verwenden und diese im Aquarium dominiert zu präsentieren.Ideal für kleine Nano Cubes um damit eine wunderschöne Landschaft zu zaubern.







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    Naturprodukte gehören in ein Garnelen-Aquarium wie die Räder an eine Auto. Es gibt jedoch etwas zu beachten:


    Werden in ein Aquarium Naturprodukte eingebracht kann sich hierdurch die Biologie kurzfristig verändern. Naturprodukte können dafür sorgen, dass die Aquarium-Bakterienpopulation sich schlagartig vergrößert - in sehr sehr kurzer Zeit. Hier kann es in Aquarien zu akutem Sauerstoffmangel kommen.
    Um diesen Sauerstoffmangel zu vermeiden beachten Sie bitte folgendes:


    Genug Sauerstoffeintrag muss sichergestellt sein!
    Wie viel Sauerstoff zugeführt werden muß ist abhängig von Bepflanzung, Anzahl Tiere und auch Aquariumgröße. Je mehr Pflanzen und je größere die Anzahl Tiere desto mehr Sauerstoffaustausch muß gewährleistet sein. Das gilt nochmal zusätzlich wenn eine CO2 Anlage in Betrieb ist.


    Maßnahmen das Risiko zu senken:

    • Eine Nachtabschaltung bei Betrieb einer Druckgas CO2 Anlage ist Pflicht im Garnelen-Aquarium.
    • Der Filterstrom sollte etwas ins Aquarium "plätschern". Wenn das plätschern stört sollte man einen Filter verwenden wie z.B. den Pat Mini von Aquael der einen Sauerstoffeintrag via Schlauch ermöglicht.
    • Je kleiner das Aquarium und größer der Pflanzendschungel desto weniger Sauerstoff in den Morgenstunden => Pflanzen benötigen bei Nacht ebenfalls Sauerstoff, nur bei Tag wenn die Photosynthese läuft produzieren sie Sauerstoff.
    • Niemals "auf einen Schlag" zu viel organisches Material auf einmal in ein Aquarium geben.
    • Ein Söchting Oxydator ist in einem Hobby Garnelen-Aquarium sehr hilfreich.
    • Turmdeckelschnecken sind ein Sauerstoffmangel Indikator! Hängen diese Morgens oben an den Scheiben, ist davon auszugehen, dass das Sauerstoffniveau in den frühen Morgenstunden deutlich zu niedrig ist/war.

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    Manchmal, wenn man sich umschaut könnte man das Gefühl bekommen der eine oder andere Garnelen Züchter oder Garnelen Shop möchte möglichst schnell "Millionär" werden. Teilweise für Laien krasse Unterschiede im Preis vom einen zum anderen Anbieter lassen oberflächlich betrachtet eigentlich keinen anderen Schluß zu. Ich möchte heute mal einen kleinen Ausflug machen, warum deutsche Nachzuchten von einem seriösen Züchter jeden cent wert sind.


    Merken: Garnelenkauf ist immer Vertrauensache bzw. sich auf die Aussagen rund um das Objekt der Begierde zu verlassen, den es dauert manchmal bis man die dahinter verborgene Wahrheit sehen kann.


    Neocaridina Garnelen Importtiere
    Die Taiwan Sakura Garnele, Carbon Rili, Blaue Carbon Rili und viele weitere, die gibt es als Importtiere teilweise sehr günstig. Abgesehen davon, dass Importtiere mal mehr oder weniger stabil sein können noch einen weiteren ausschlaggebender Punkt: Der Nachwuchs!


    Wissen Sie wie Taiwan Sakura in Fernost "gezüchtet" werden? Sie denken sicher die sind in Aquarien und werden "selektiv gezüchtet". Dies ist leider ein großer Trugschluß. Ich erkläre anhand der Taiwan Sakura Garnele (betrifft auch alle anderen "Mainstreamtiere") warum:


    Wie läuft die "Zucht" in Fernost?
    Taiwan Sakura Garnelen werden in sehr großen Beton Teichen gezüchtet. Da tummelt sich eine atemberaubende Menge Garnelen 100.000, 200.000 oder mehr. Es sollte logisch sein, dass diese Menge Garnelen niemals von Hand selektiert werden und einfach heranwachsen. In diesen riesigen Zuchtteichen tummeln sich wunderschöne, große Sakura Garnelen. Ebenso tummeln sich dort auch Sakura Garnelen welche nicht so schön sind. Da schon aus der schieren Größe der Zuchtbecken und Menge der Garnelen keine Selektion möglich ist, vermischen sich die Gene der schönen Tiere mit den Genen der nicht so schönen. In diesem riesen Stamm ist also also alles zu finden, von sehr schön bis überhaupt nicht schön.
    Wieso sind den dann alle Taiwan Sakura Garnelen Importgarnelen die zu uns kommen so bildschön? Dies liegt daran, dass generell nur große und fast ausgefärbte Tiere nach Europa geliefert werden. Auch liegt es daran, dass die Tiere vor dem Versand selektiert werden. Selektieren bedeutet hierbei: Die schönen Exemplare sind Taiwan Sakura, die weniger schönen sind Red Fire. Das heißt im Umkehrschluß das Sakura und Red Fire Garnelen, welche einen gänzlich unterschiedliche Qualität im Aussehen darstellen in einem(!) Teich zusammen gehalten und gezüchtet werden.
    Wenn Sie einen Garnelenzüchter fragen ob er seine gezüchteten Sakura Garnelen mit Red Fire zusammen hält und vermehrt, wird er Ihnen sagen, dass dies ein NoGo ist. Wenn Sie sich fragen warum das in Fernost dann in so großen Teichen praktiziert wird, die Antwort: Die Kosten. Selektieren vor dem Versand ist erheblich günstiger als selektive Zucht.


    Gute deutsche Sakura Garnelen werden durch den Züchter über Jahre kontinuierlich nach "vorne gebracht". Dies bedeutet in der Praxis, dass deutsche Nachzucht Sakura Jungtiere schon mit wenigen Millimeter Größe im Vergleich zu den Taiwan Sakura Importieren knallrot sind. Halten wir fest: Sakura oder Taiwan Sakura Importtiere sind im Alter beide schön gefärbt, bei Jungtieren liegen jedoch Welten dazwischen, eine Nachzucht Sakura mit 5 mm Größe ist so rot wie eine Taiwan Sakura Importgarnele mit 1,5 - 2 cm.


    Dies betrifft jedoch nicht nur die Sakura Garnele, sondern alle die in großen Zuchtteichen in Fernost gehalten und gezüchtet werden. In einem Zuchtteich der Schoko Sakura schwimmen also: Schoko Sakura, Black Rose, Bloody Mary, Blue Dream Garnelen. Diese stammen alle von der UR-Schoko Garnele ab. Wenn Sie also solche Tiere kaufen, diese werden wunderschön sein, wundern Sie sich aber nicht wenn der Nachwuchs so derart streut, das 90% davon entfernt werden müsste um die gekaufte Art zu erhalten. Wird nichts selektiert, gibt das in 1-2 Jahren "einen bunten Haufen" Garnelen. Auch diese können natürlich als sehr schön empfunden werden, nur haben sie mit der ursprünglich gekauften Art nicht mehr viel zu tun.
    Auch bei deutschen Nachzuchten muss selektiert werden. Gerade die "neueren" DNZ Garnelen wie Bloody Mary streuen im Nachwuchs ordentlich. Aber warum? Die sind doch von einem deutschen Züchter der sich um die Tiere kümmert und ausselektiert? Das ist korrekt, jedoch muss man beachten, dass eine Selektion von "neuen" Garnelenarten - bis die Erbfestigkeit sehr hoch wird - Jahre dauert! Jahre bedeutet hier 5,6 oder sogar 10 Jahre. Und Voraussetzung ist stets ein akriebisches ausselektieren. Sie sehen nun was für Arbeit da drinsteckt - und diese beeinträchtigt logischerweise den Preis. Deshalb merken: ein guter Züchter verlangt seinen Preis und der ist es Wert für langfristige Freude.


    Bleibende Schönheit
    Generell, jeder Stamm einer Hochzuchtgarnele kann/sollte auch beim Halter selektiert werden. Dies bedeutet, dass wenn Tiere geboren werden welche in Form und Farbe deutlich vom gesamten Stamm abweichen sollten aus dem Stamm

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    Die Wahl des richtigen Bodengrundes ist bei einer größeren Auswahl nicht immer ganz einfach, hat doch jeder Bodengrund diverse Eigenschaften. Hier eine Hilfestellung.


    Neutraler Bodengrund
    Als neutralen Bodengrund versteht man alles was nicht das Wasser verändert. Das wäre z.B. Kies. Es ist aber nicht jeder Kies für das Garnelenaquarium geeignet, denn es gibt Kiesarten die das Wasser "aufhärten". Das heißt es werden vom Kies ständig Stoffe an das Wasser abgegeben. Es gibt Garnelenarten die mögen dies nicht (z.B. Bienen Garnelen, Tigergarnelen und einige mehr). Das Resultat ist, dass es keinen Nachwuchs geben kann oder der Nachwuchs nicht so zahlreich ist. Es gibt auch Fälle wo die Elterntiere durch die abgegebenen Stoffe schneller ableben, noch schneller bei zu wenig Wasserwechsel.


    Ist nicht bekannt ob ein Kies aufhärtet, kann man den Essig-Test durchführen: Auf den Kies Essig tropfen und schauen ob eine Reaktion in Form von schäumen, Bläschen etc. aufkommt. Dieser Kies härtet auf und ist dementsprechend nicht unbedingt geeignet.
    Ein Test kann auch mit Osmosewasser und einem Leitwertmesser durchgeführt werden: Kies gut waschen und etwas in einen sauberen Joghurt-Becher geben. Reines Osmosewasser oder destilliertes Wasser aufgiessen. Mit dem Leitwertmesser den Wert vom Wasser messen und aufschreiben. Nach 24h nochmal messen. Der Leitwert sollte gleich geblieben sein - der Kies härtet nicht auf und kann bedenkenlos verwendet werden.
    (Fast) alle von mir angebotenen Kiessorten härten nicht auf - sind also neutral. Ob ein Sand/Kies aufhärtet oder nicht steht auch im Artikeltext.


    Tipp: Garnelen sollten generell auf dunklem Bodengrund gehalten werden. Auf zu hellem oder weißem Bodengrund färben sich die meisten Garnelen nicht völlig aus und z. B. Yellow Fire Garnelen oder Sakura Garnelen bleiben blass.

    Aktiver Bodengrund

    Unter aktivem Bodengrund versteht man hauptsächlich Soil Bodengrund. Das sind gebrannte Erden die mehr oder weniger etwas aufgedüngt sind um Pflanzen gut wachsen zu lassen.
    Alle Soilarten haben die Eigenschaft das Wasser zu verändern in der Form, dass sie die Karbonathärte (KH) - wenn im Wasser vorhanden - entfernen. Das funktioniert nach dem Ionentauscherprinzip, der Soil bindet die KH Anteile im Wasser.
    Durch die Entfernung der Karbonathärte (KH) und weiteren Eigenschaften des Soil wird damit automatisch der pH Wert des Wassers auf ideale Werte (< 7) für Garnelen und Pflanzen gesenkt.


    Es gibt auch Soil Arten die Stoffe (z.B. Huminsäuren) abgeben, die nachweislich sehr förderlich für unsere Garnelen sind. Das wirkt sich aus in dem einfach von einem Wurf Junggarnelen deutlich mehr "hochkommen" (überleben) als ohne diese Stoffe.


    Generell: Soil Böden werden nicht ausgewaschen vor dem Einsatz
    Wichtig: pH im Auge behalten. Optimaler pH wäre zwischen 6,5 und 6,9. Ist der pH tiefer als 6,5 sollte gegengesteuert werden mit z.B. KH Up und/oder ph safe.



    Ada Amazonia (Link)
    Diesen Bodengrund darf man wohl (auch preislich) als Mercedes einstufen. Amazonia enthält die oben beschriebenen Stoffe um Junggarnelen zahlreich hochkommen zu lassen. Ein idealer Bodengrund für Taiwan Bee Garnelen, Pinto Garnelen oder Bienengarnelen.
    Der Nachteil dieses Bodengrund im Bezug auf die Einlaufzeit des Aquariums ist die starke Düngung. Ada Amazonia "spuckt" zu beginn unglaublich viel Ammonium aus. Ein Ammonium-Test ist Pflicht vor dem besetzen mit Garnelen, ist zuviel Ammonium vorhanden quittieren die Tiere dies mit Inaktivität/Lethargie - sie zeigen, dass was nicht passt.
    Die Belohnung für die lange Einlaufzeit wird ein sehr gut laufendes Garnelenbecken sein in dem zahlreiche Jungtiere vorhanden sind und diese im Verhältnis schneller wachsen.
    Ada Amazonia ist hervorragend mit einem Bodenfilter verwendbar. Der Bodengrund verhärtet nicht und das Wasser kann auch nach einem Jahr noch durch den lockeren Boden zirkulieren.


    Empfohlener Aufbau eines Bodengrund mit Ada Amazonia
    Ada Amazonia gibt es in zwei Korngrößen. Normal und "Powder". Powder ist sehr fein. Zuerst wird der grobe Ada Amazonia eingebracht (4-6 cm Schichthöhe) und darüber eine etwa 1,5 cm Schicht Ada Amazonia Powder. Dies hat folgenden Vorteil:
    Jungtiere drehen die Körnchen den ganzen Tag um und holen sich leckere Mikroorganismen darunter hervor, die sie fressen. Wird Powder Soil als Deckschicht eingesetzt, wachsen Jungtiere merklich schneller.


    Ada Amazonia light (Link)

    Das "light" bedeutet, dass deutlich weniger Düngestoffe enthalten sind gegenüber dem classic Ada Amazonia. Dies verkürzt die Einfahrphase erheblich. Langzeit-Erfahrungen dazu habe ich noch zu wenig. Sobald mehr Erfahrung vorliegt werde ich das hier nachtragen.



    Ada Africana (Link)
    Africana ist ebenfalls ein aktiver Bodengrund. Er ist nicht so stark gedüngt wie Ada Amazonia, jedoch zieht er den pH Wert extrem tief herunter (bis 4,5 ist möglich). Ein pH unter 6 ist nicht förderlich für Garnelen, sie quittieren dies oft mit Inaktivität, Lethargie und schlussendlich wenn es sich nicht bessert mit

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    Beim zusetzen von neuen Garnelen, Schnecken oder sonstigen Lebewesen bringen diese ihre eigenen Bakterien mit. In seltenen Fällen kann das Probleme bereiten.
    Garnelen haben ein sehr rudimentäres Immunsystem. Setzt man verschiedene Stämme zusammen kann folgendes auftreten:


    a.) Die neuen Garnelen sterben relativ schnell, da sie den vorhandenen Bakterien im Aquarium nichts entgegen zu setzen haben
    b.) Die vorhandenen Garnelen sterben schlagartig in kurzer Zeit (die neuen überleben), da sie den Bakterien welche die neuen Garnelen mit bringen nichts entgegen zu setzen haben
    c.) Es sterben die alten und neuen Garnelen weil a.) und b.) eintritt.


    Bei mir selbst in der Anlage passiert sowas 2 mal im Jahr und ich bekomme von vielen verschiedenen deutschen Züchtern regelmäßig neue Garnelen. Warum das genau so ist, ist nicht richtig erforscht, man weis nur es hängt an den Bakterien.


    Es gibt genau zwei Möglichkeiten diesem Problem zu begegnen:


    Die neuen Garnelen in Quarantäne stecken: Ein sauberer Eimer 3/4 voll mit frischem Wasser, ein zwei braune(!) Laubblätter rein geben, nicht anderweitig füttern(!!). Aus dem Zielaquarium täglich 1/4 Liter Wasser in den Eimer geben. Das so machen 4 - 5 Tage. Dann kann umgesetzt werden ins Aquarium.
    Erfolgsquote WENN eine Unverträglichkeit vorliegen solllte, was man im Vorfeld nicht weis: 60%


    oder wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist


    Beim Tierarzt Baytril 5% Injektionslösung auf eine Spritze aufziehen lassen. Man braucht je 10 Liter Wasser 1ml. Das ins Wasser geben im Aquarium. Nach einem halben Tag die neuen Garnelen dazusetzen. Keinen Wasserwechsel machen für 5 Tage. Problem ist 100% gelöst.
    Der Vollständigkeit halber: Baytril ist ein Breitband Antibiotika. Es tötet sämtliche Bakterien im Aquarium, auch im Filter. Somit gibt es keine Baktereinunverträglichkeit. Das Wasser mit Baytril wird vor dem ersten Wasserwechsel von verantwortungsbewussten Haltern 1 Tag über Aktivkohle gefiltert und diese über den Hausmüll entsorgt (Kohle nimmt das Medikament heraus, welches nicht in die Kläranlage gelangen sollte). Die Garnelen benötigen die getöteten Bakterien nicht zum überleben, es ist aber ratsam die nächsten 3 Wochen sehr große Wasserwechsel zu machen um Schadstoffe welche normal die Filterbakterien umwandeln herauszubekommen, bis die Filterbakterien sich wieder aufgebaut haben.



    Langsames aber kontinuierliches Garnelensterben nach dem einsetzen
    Hat man neue Garnelen bekommen ist die Freude rießengroß! Manchmal jedoch gibt es Probleme, dass nach einiger Zeit vielleicht vereinzelt eine tote Garnele gefunden wird auch wenn man keine Garnelen zusammengesetzt hat, die Freude trübt sich ein. Neue Garnelenhalter sind hier oft an der Grenze - was tun? Werden Foren befragt bekommt man vielleicht auf die Frage warum sie sterben 5erlei verschiedene Antworten und Ratschläge. Tipp: Schauen Sie einmal hier vorbei



    http://www.garnelen-tom.de/for…lgende-Gr%C3%BCnde-haben/
    UPDATE 29.03.2016
    Das Problem, dass neu eingesetzte Garnelen in Aquarien relativ schnell sterben können kann folgendermaßen eliminiert werden:
    Unmittelbar vor dem einsetzen einen großzügigen Wasserwechsel durchführen.


    Hintergrund: Die vom Transport gestressten Garnelen erholen sich in frischem Wasser relativ schnell und können sich gegen "Angriffe" wehren, das Immunsystem hat sozusagen Reserven. Ist das Wasser belastend, dann muss das Immunsystem dagegen noch on Top etwas entgegensetzen. Die Grenze der Belastung im neuen Milieu kann hier relativ schnell für die Garnele erreicht werden => die Garnelen sterben über kurz oder lang.
    Weitere umfangreiche Hintergrunddetails sind hier nachlesbar.


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    In einem Garnelen Aquarium kann mit der Zeit weit mehr beobachtet werden als nur Garnelen. Die sogenannte Begleitfauna. Damit sind Lebewesen gemeint, welche kleine weise flitzige Punkte darstellen, oder kleine dünne sich schlängelnde (Scheiben)Würmchen. Auch etwas größere Hüpferlinge oder Cyclopse sind oft sichtbar. Diese Lebewesen sind unschädlich für Garnelen und eigentlich ein Indikator für ein optimal laufendes Aquarium.


    Gibt es viel Begleitfauna, kommt viel Garnelennachwuchs hoch! Dies hängt mit dem Futterangebot zusammen. Wobei hier nicht nur das eingebrachte Futter eine Rolle spielt, sondern auch das natürliche Futter, dass bei wenig Garnelen reichlich vorhanden ist. Werden es mehr Garnelen mit der Zeit welche den ganzen Tag nichts anderes machen als Bodengrundkörnchen umzudrehen um das darunter befindliche leckere zu fressen (Mikrolebewesen: Bakterien, Einzeller), dann reduziert sich mit abnehmendem Futterangebot die Begleitfauna, was im Umkehrschluss bedeutet, dass auch das Futterangebot für Babygarnelen weniger wird.


    In seltenen Fällen nimmt diese Begleitfauna überhand, dann kann man mit weniger füttern gegensteuern. Oft pendelt sich das auch von alleine ein.
    Auch kann man, wenn sich kein Garnelennachwuchs im Aquarium befindet, sich einen paar Fischchen (Neonsalmer z.B.) ausleihen. Die haben mit der Begleitfauna ein Fest und es wird dezimiert wie wild. Die Begleitfauna lässt sich aber durch die Fischchen nicht vollständig ausrotten (ich hab es mal probiert).


    Woher kommt die Begleitfauna?
    Man hat sie mitbekommen mit Pflanzen oder den Garnelen. Diese Tierchen sind teilweise so klein, dass sie sich einfach im Transportwasser mitschmuggeln. Denkt man nun okay, ich pass da auf wenn ich Garnelen erhalte, dass geht nicht, den die Kids dieser Tierchen sind so klein, dass man sie nicht sieht und diese sogar anhaftend an Garnelen "mitreisen" können. Man müsste also seine neuen Garnelen "abschrubben" (was ich nicht empfehle...) und es wird nicht helfen diese Kleinstlebewesen zu verhindern. Alos: Es ist also unmöglich sich Begleitfauna nicht einzufangen. Außerdem wollen wir das gar nicht verhindern, den ein Aquarium bedeutet leben, mehr als nur der gewünschte Besatz - das ist Natur.


    Am besten fährt man wenn man die Begleitfauna akzeptiert. Erfolgreiche Züchter fördern sie sogar mit speziellem Futter welches die Fauna mitfüttern - wissend viele Babygarnelen zu erhalten die überleben/hochkommen.


    Ach ja, woher kommen diese Mini-Tierchen?

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