Beiträge von Buddy-P

    Nachdem ich lange täglich gedüngt habe, ging mir das dann doch irgendwann auf den Keks. Im Alltag passierte es mir leider immer öfter, dass ich das Düngen aus Zeitmangel einfach vergessen hatte. Ich entschloss mich daher, auf eine wöchentliche Düngung direkt nach dem Wasserwechsel umzusteigen.


    Das prinzipielle Problem


    Die chemisch aktiven Bestandteile der Dünger können durch z.B. Oxidation oder Reaktion umgewandelt werden und sind dann für die Pflanzen nicht mehr verfügbar. Eisen oxidiert z.B. im sauerstoffreichen Wasser sehr schnell vom gut pflanzenverfügbaren zweiwertigen Eisen (Fe II) zu schlechter verwertbaren dreiwertigen Eisen (Fe III). Dieses kann dann mit Phosphat zu Eisenphosphat (FePO4) reagieren, ausfällen und sich als brauner Schlamm absetzen. So kann trotz ausreichender Düngung ein Mangel an Eisen und/oder Phosphat entstehen. Unter anaeroben Bedingungen, also in Abwesenheit von Sauerstoff, kann das Eisenphosphat aber auch wieder reduzieren und damit das Phosphat wieder freisetzen. Dies führt dann zu einem teils plötzlichen Überschuss.


    Moderne Dünger


    Aus meiner Erfahrung funktioniert die wöchentliche Düngung mit modernen, stark chelatierten Düngern genauso gut wie eine tägliche Düngung, ist aber weniger fehleranfällig. Die Mengen lassen sich gerade bei sehr kleinen Becken besser dosieren und durch den festen Zeitpunkt vergisst man das Düngen auch nicht so leicht. Durch die Chelate können die Dünger nicht unerwünscht reagieren, selbst dann nicht wenn die Produkte direkt nacheinander ins Becken gegeben werden. Die wenigen Sekunden Zeitversatz dazwischen reichen vollkommen aus, dass die Dünger sich ausreichend verteilen können und so die lokale Konzentration weit genug gesenkt wird, um nicht mehr reagieren zu können. Man sollte aber niemals Dünger miteinander in einer gemeinsamen Flasche mischen, dies wird durch die hohe Konzentration der Inhaltsstoffe zu unerwünschten Reaktionen führen. Inzwischen gibt es allerdings von z.B. Tropica und Masterline echte All-In-One-Dünger, die neben NPK auch Eisen und Mikronährstoffe in einem Produkt kombinieren und so stabilisiert sind, dass die Inhaltsstoffe auch über lange Zeit nicht miteinander reagieren. Dies galt lange als nicht möglich.


    Woran erkennt man, ob ein Dünger für eine wöchentliche Zugabe geeignet ist?


    Seriöse Hersteller weißen bei der Düngeempfehlung für ihre Produkte explizit darauf hin, ob eine wöchentliche Düngung möglich ist. Mehr Vorsicht ist mit Düngern geboten, die zugunsten einer schnellen Nährstoffverfügbarkeit nur schwach chelatiert sind. Dann ist entweder eine tägliche Düngung notwendig oder die Düngung muss zeitversetzt zu den anderen Düngern passieren. Seriöse Hersteller weisen auch hier explizit darauf hin.

    Chelate sind chemischen Schutzhüllen. Sie umhüllen die chemisch aktiven Bestandteile eines Düngers und erhöhen so die Langzeitwirksamkeit. Nur durch Chelate kann man Dünger überhaupt als Wochendünger einsetzen. Starke Chelate wie z.B. EDTA, DTPA und HEEDTA können eine unerwünschte Reaktion mit anderen Stoffen verhindern. Einige Chelate werden zusammen mit den Nährstoffen komplett von den Pflanzen aufgenommen, andere werden langsam von Bakterien zersetzt und setzen so ihre Nährstoffe allmählich frei. Viele Chelate werden von Säuren zerstört und funktionieren deshalb nur oberhalb eines bestimmten pH-Werts. Um eine möglichst große Spanne von Wasserwerten abzudecken, werden Dünger häufig mehrfach chelatiert.

    Wie funktioniert die Düngung mit limitierten Phosphat?


    Das Düngeprinzip basiert darauf, dass immer genug Nitrat verfügbar ist, es also niemals auf Null fällt. Gleichzeitig halten wir Phosphat auf dem absolut notwendigen Minimum. Alle Dünger, die Phosphat enthalten (wie z.B. NPK oder All-In-One), sind hierfür meist nicht geeignet. Am besten nimmt man einen reinen Nitratdünger und dazu einen normalen Mikro-Volldünger mit Eisen und Spurenelementen.


    Ich persönlich strebe eine Untergrenze von mindestens 3 mg/l Nitrat an, damit immer noch eine kleine Reserve verfügbar ist. Man düngt also soweit auf, dass vor der nächsten Düngung noch wenigstens diese 3 mg/l Nitrat messbar sind. Phosphat wird vorerst gar nicht gedüngt, Eisen wird über einen Mikro-Volldünger (der auch Spurenelemente enthält) nach Anleitung des Herstellers gedüngt.


    Beachtet bitte:

    1. Für Garnelenbecken wird eine maximale Konzentration von 10 mg/l Nitrat empfohlen. Sollte mehr Nitrat verbraucht werden, empfehle ich ein kürzeres Düngeintervall.
    2. Einige Filtermaterialien wie z.B. Seachem Purigen oder auch anaerobe Bereiche im Filter können Nitrat absorbieren und so den Nitratverbrauch enorm erhöhen.
    3. Bei Leitungswasser muss man beachten, dass bereits Nitrat und/oder Phosphat im Wasser sein können. Das ist vor allem in der landwirtschaftlichen Saison der Fall. Ist der Phosphatgehalt höher als 0,1 mg/l, ist dieses Düngesystem möglicherweise nicht anwendbar. Ist Nitrat im Leitungswasser, wird bei der Düngung nach dem Wasserwechsel nur das aufgefüllt, was zum benötigten Wert fehlt.

    Die "Idee" mit der limitierten Düngung ist nicht von mir:

    • ADA als bekannter und renommierter Hersteller von Produkten für Natur-Aquaristik und Aquascaping verfolgt die Philosophy, dass jedes Becken über Tierbesatz verfügen sollte und deren Ausscheidungen als Phosphatquelle völlig ausreichend sind. ADA hat deshalb keinen phosphathaltigen Dünger im sonst recht umfangreichen Düngersortiment.
    • Im Aquascaping nutz man erfolgreich eine starke Limitierung von Phosphat für eine bessere Rotfärbung der Pflanzen.
    • Diverse Düngersysteme wie z.B. Estimative Index für eine wöchentliche Düngung, Estimative Index wöchentlich für wenig Licht, Estimative Index mit täglicher Düngung, Perpetual Preservation System (PPS), Seachem Dosing System nach Filipe Oliveira oder Poor Man Dosing / Dupla Drops (PMDD) gehen ganz unterschiedlich mit den Nährstoffen um und düngen z.B. Phosphat von 0,1 bis zu 1,7 (!) mg/l auf, Nitrat von 1mg/l bis 12 mg/l Mindestwert. Wichtig dabei: Bei allen mir bekannten Systemen düngt man entweder generell sehr wenig Phosphat und Nitrat oder beide umgekehrt proportional zueinander - wird viel Phosphat gedüngt, dann wird der Nitratwert niedrig gehalten und umgekehrt. Man limitiert also immer wenigstens einen Nährstoff.

    Warum empfehle ich, Phosphat zu limitierten?


    Weil man Phosphat schlecht messen kann. Phosphat wird recht schnell in den Pflanzen eingelagert und ist dann nicht mehr im Wasser nachweisbar. Das ist bei Becken mit Osmosewasser und keinem Besatz (Stichwort Aquascaping) kein Problem, da kontrolliert man ja genau, welche Nährstoffe ins Becken kommen und im Becken fällt ohne Tiere und Fütterung auch so gut wie kein Phosphat als Abfallprodukt an. Mit Besatz, Fütterung und auch bei Verwendung von Leitungswasser wird aber eine unbekannte Menge Nitrat und Phosphat erzeugt oder eingebracht. Da Nitrat leicht zu messen ist, Phosphat aber nicht, ist es viel einfacher, Nitrat zu überwachen und folgerichtig Phosphat zu limitierten, um es nicht messen zu müssen.


    Wie überwacht man ohne zu messen, ob ausreichend Phosphat vorhanden ist?


    Wenn man eine hohe Nitratverfügbarkeit hat und Phosphat limitiert, zeigen die Pflanzen gut sichtbare Mangelerscheinungen bei Phosphatmangel. Dabei treten nicht sofort Algen auf, dies ist das Besondere an diesem System. Sofern hat man genug Zeit zu reagieren. Einen Phosphatmangel zeigen vor allem schnellwachsenden Stängelpflanzen über sichtbare Mangelerscheinungen an. Diese sind:

    • Ein sehr langsames Wachstum
    • Sich verkleinernde Triebspitzen oder Krüppelwuchs an Triebspitzen (z.B. in sich verdrehte Blätter)
    • Einige Wasserpflanzen können sich dunkel oder violett verfärben
    • Hin und wieder tauchen bei einem akutem Phosphatmangel verstärkt Punktalgen auf

    Erkennt man diese Mangelerscheinungen, ist es empfehlenswert zusätzlich etwas Phosphat zu düngen. Ich starte in solchen Fällen mit einer Menge von 0,1 mg/l und warte mindestens 2 Wochen ab.


    Bei mir hat sich in allen Becken mit Besatz gezeigt, dass ich praktisch kein Phosphat düngen muss um Mangelerscheinungen vorzubeugen. Auftretende Algen resultieren immer und absolut reproduzierbar durch falsche Mengenverhältnisse von Nitrat, Eisen, Kalium und Spurenelementen zueinander. Wobei fast immer zu wenig Nitrat schuld ist, selten aber auch mal zu viel Eisen. Kaliummangel ist zumindest bei mir so gut wie ausgeschlossen, weil das in vielen Produkten mit drin ist und so bei mir in jedem Fall in ausreichender Menge ins Becken kommt.

    Bei Aquascaping als Zielsetzung ist es schon sinnvoll, vor der Besetzung mit Tieren deren Bedürfnisse zu hinterfragen.

    Absolut, das Tierwohl sollte generell an erster Stelle stehen. Aber auch das gilt für jedes Aquarium und ist nicht spezifisch nur im Aquascaping zu finden. Ich stimme aber absolut zu, dass z.B. Iwagumis für sehr viele Tiere ungeeignet sind.

    Oft sehen auch Bart-Algen der Cladophora sehr ähnlich. Um das abzuklären kann man die Alge mit Easy Carbo einnebeln. Wird sie innerhalb eines Tages dann rot, magenta oder bleicht aus, sind es Bartalgen und damit die Bekämpfung auch möglich.

    Jetzt frag ich mich aber, die Scalper machen auch Purigen in den Filter um möglichst klares Wasser zu haben.

    Haben die dann nicht das gleiche Problem? Oder Düngen die einfach soviel extra NO3?

    Viele düngen sicherlich einfach so viel, dass die Werte dann trotzdem noch passen. Ich würde auch empfehlen, mal auf Purigen zu verzichten. Wenn das Becken und der Filter gut eingelaufen sind, erhält man oft auch ohne Purigen sehr klares Wasser, gerade mit großen Außenfiltern. Ansonsten kann ich empfehlen, die Menge vom Purigen zu verringern oder, wenn das nicht geht, das Beutelchen nicht vollständig zu regenerieren (also einfach kürzer in Chlor einzulegen). Dann saugt es auch weniger Nitrat aus dem Wasser.

    Das Wort Aquascaping ist eine Kombination aus den beiden Wörtern „aquaristics“ (engl. für Aquaristik) und „scaping“ (engl. für gestalten). Unter Aquascaping versteht man, in Anlehnung an den englischen Begriff „landscaping“ (Landschaftsgestaltung), eine Technik der Aquaristik, die sich mit der Gestaltung von Unterwasserlandschaften befasst. Es geht dabei vorrangig um die ästhetische Gestaltung, oft auch um eine besonders harmonische und/oder stimmungsvolle optische Wirkung, die oft an reale Naturlandschaften erinnert. Verwendet werden vorrangig natürliche Steine und Treibholz. Die Technik ist nicht neu und war schon in den 1930ern in den Niederlanden populär, wo der Stil der sog. Holland-Aquarien mit starkem Pflanzenbesatz geprägt wurde. Bekannter und bis heute maßgeblich beeinflusst wurde das Aquascaping unter anderem durch Takashi Amano und die von ihm gegründete Firma ADA. Amano kombinierte die Lehren aus dem Zen-Buddhismus mit seinen Erfahrungen als Landschaftsfotograf und stellte so viele bis heute rerspektierte Gestaltungsgrundsätze für das Aquascaping auf.


    In Bezug auf Beckenpflege, Wasserwerte, Tierhaltung und Pflanzenwachstum wird oft zwischen Aquaristik und Aquascaping unterschieden, mit der Begründung, das eine wäre auf das andere nicht übertragbar. Dies ist aus meiner Sicht nicht richtig. In beiden Fällen wachsen Pflanzen im Wasser und benötigen eine ausgewogene Versorgung mit Nährstoffen. Und in beiden Fällen kann man einen sehr hohen oder gar keinen technischen Aufwand betreiben. In beiden Fällen kann man sehr viele und/oder empfindliche Pflanzen pflegen oder auch nicht. Und man kann auch viel, wenig oder sogar gar keinen tierischen Besatz haben. Aus meiner Sicht ist Aquascaping ein Teilbereich der Aquaristik, der den gleichen physikalischen und chemischen Regeln folgt.

    Damit sich Pflanzen und Tiere wohlfühlen und gedeihen, ist es wichtig, dass die Wasserwerte stimmen. Auch zum Einstellen der passenden Düngung für das eigene Aquarium ist es notwendig, einige Wasserwerte zu kennen. Ich möchte hier gern meine Erkenntnisse und Erfahrungen mit Wassertests mit euch teilen. Diese Zusammenfassung und die Empfehlungen basieren auf meinem persönlichen Erfahrungen aus mittlerweile 35 Jahren Aquaristik. Sie hat nicht den Anspruch, vollständig zu sein.


    Im allgemeinen Aquaristikbedarf gibt es meist Teststäbchen oder Tröpchentests zu kaufen.


    Teststäbchen


    Das sind schmale Plastikstreifen mit Indikatorplättchen darauf. Die Stäbchen werden einfach kurz ins Wasser gehalten, so dass alle Indikatoren vollständig im Wasser sind, und nach ein paar Sekunden wieder herausgenommen. Danach verfärben sich die Indikatorplättchen unterschiedlich stark und werden nach einer vorgegebenen Wartezeit mir einer Vergleichsskala abgeglichen um die jeweiligen Werte abzulesen. JBL hat mit ProScan sogar ein Produkt, dass über eine App auf dem Smartphone die Verfärbung derTeststreifen scannt, auswertet und wenn gewünscht speichert.


    Tröpchentests


    Hier wird eine vorgegebene Wassermenge mit chemischen Substanzen tröpfchenweise (daher der Name) behandelt. Meist ergibt sich eine unterschiedlich starke Färbung, die dann mit einer Skala verglichen wird um die Werte ablesen zu können, oder es erfolgt ein Farbumschlag nach einer gewissen Anzahl von Tropfen. Obwohl das recht kompliziert anmutet, sind diese Tests i.d.R. nicht besonders schwierig zu handhaben und liefern ziemlich genaue Ergebnisse.


    Photometer


    Ein Photometer ist ein Instrument zur Lichtstärkenmessung. In der Analytischen Chemie dient es zur Bestimmung von Konzentrationen in Lösungen (Lambert-Beer'sches Gesetz). Wer es gern sehr genau mag, kann sich so ein Gerät zulegen. Das ist vergleichsweise sehr teuer und man braucht meines Wissens auch spezielle, kalibrierte Tests dazu. Ich persönlich halte das für nicht notwendig, die zusätzliche Genauigkeit ist für unser Hobby nicht notwendig.


    Elektronische pH Messgeräte


    Mit diesen Geräten wird der pH-Wert elektronisch gemessen. Solche Geräte müssen unter Benutzung von Kalibrierlösungen kalibriert werden. Die Preisspanne der erhältlichen Geräte ist sehr groß. Die billigen Geräte taugen meiner Erfahrung nach meist nicht viel und müssen vor jeder Benutzung kalibriert werden, das kann man sich sparen. Zu den teureren Geräten fehlt mir die Erfahrung. Elektronische pH Messer sollten niemals im reinen Osmosewasser benutzt werden. Einerseits sind die Messergebnisse aufgrund der fast kompletten Abwesenheit von Mineralien nicht genau, andererseits vertragen die Elektroden das nicht und können kaput gehen.


    Der Leitwert und elektronische Leitwertmessgeräte


    Der Leitwert bezeichnet die elektrische Leitfähigkeit des Wassers und wird in µS (Mikrosiemens) oder ppm (Parts per Million) angegeben. In unserem Sprachraum hat sich die Angabe in µS durchgesetzt, darauf sollte man beim Kauf eines Leitwertmessgerätes achten. Da der Leitwert auch temperaturabhängig ist, sollte das Gerät außerdem über eine automatische Temperaturanpassung verfügen.


    Je geringer der Leitwert ist, umso weniger Stoffe sind im Wasser gelöst und umgekehrt. Reines Osmosewasser hat also theoretisch einen Leitwert von 0 µS. In der Praxis hat reines Osmosewasser einen optimalen Wert von ca. 5 - 30 µS. Ist der Leitwert des reinen Osmosewassers wesentlich höher, ist die Membran beschädigt oder verschlissen und sollte getauscht werden.


    Leitwertmessgeräte sind hervorragend dazu geeignet, um reines Osmosewasser mit Mineralsalz immer wieder auf die gleichen Wasserwerte zu bringen, ohne jedes mal KH und GH messen zu müssen. Dazu salzt man das Wasser einmalig auf die gewünschte KH und GH auf und überprüft diese Werte durch das Messen beider Werte. Hat man die gewünschten Wasserwerte erreicht, misst man den Leitwert des fertigen Wassers und notiert diesen. Solange man die gleichen Produkte zum Aufsalzen des Wassers verwendet, braucht man in Zukunft dann nur noch das reine Osmosewasser auf den notierten Leitwert aufsalzen und kann sich das Messen von KH und GH sparen.


    Es macht wenig Sinn, den Leitwert des Aquarienwassers zu messen und als Anhaltspunkt zu nehmen. Im Aquarium sind neben den Mineralsalzen für KH und GH noch sehr viel mehr Stoffe im Wasser gelöst, wie z.B. Dünger, Huminstoffe oder Mineralien aus dem Futter. Der Leitwert das Aquarienwassers weicht dadurch teils ganz erheblich vom Leitwert des aufgesalzenen Osmosewassers ab und ist deshalb nicht besonders aussagekräftig.


    Gewissenhaft testen!


    Alle Tests müssen gewissenhaft und genau nach Anleitung durchgeführt werden, sonst kann es zu Abweichungen der Werte kommen. Ebenso haben viele, wenn nicht sogar alle chemischen Tests ein Mindesthaltbarkeitsdatum oder verfallen nach einer gewissen Zeit ab Anbruch der Packung. Ist das überschritten, sollte man die gemessenen Werte mit besonderer Vorsicht betrachten.


    Grundausstattung


    Folgende Tests sind aus meiner Sicht als Grundausstattung erforderlich:

    Es ist natürlich kein Fehler, noch mehr Stoffe testen zu können.


    Genauigkeit von Teststäbchen


    Auch wenn die Teststäbchen sehr einfach und zeitsparend erscheinen, möchte ich von deren Verwendung abraten. Ich habe mit Teststäbchen die Erfahrungen gemacht, dass die Messergebnisse nicht zuverlässig sind. Ich habe mir mehrmals die Mühe gemacht, meine 4 Aquarien mit Teststäbchen von JBL, Dehner und JBL ProScan zu messen und die Werte mit Tröpchentests von Sera und JBL zu vergleichen. Die Tröpchentests haben immer vergleichbare Werte geliefert und zeigten auch, dass die Wasserwerte aller meiner Becken recht nah beieinander lagen. Die Stäbchen wichen von diesen Werten teils erheblich ab, vor allem beim pH-Wert, wenn das Wasser wenig bis keine KH hat, und auch bei Nitrat, da geht die Abweichung sogar bis hin zum zehnfachen (!) Wert. Außerdem wichen die Werte von Becken zu Becken unterschiedlich stark von einander ab, ohne dass ich da ein System erkennen könnte. Ich hatte beim Ablesen bzw. Scannen der Stäbchen ebenfalls unterschiedliche Beleuchtungsszenarien ausprobiert, vom Tageslicht ohne direkte Sonne bis hin zum Kunstlicht. Das hat aber auch nichts verbessert. Das Ablesen war mit Tageslicht einfacher und auch etwas näher an den echten Werten dran, aber leider noch immer weit weg von genau. Recht genau funktionierten bei mir die Teststäbchen nur für das Messen der Gesamthärte (GH).


    Meine persönliche Empfehlung


    Ich rate zu Tröpchentests und ggf. günstigen Teststäbchen für das Messen der GH, dann reicht ein kleiner Testkoffer wie zum Beispiel JBL Test Combi Set Plus Fe aus. Braucht man mal Wasserwerte, die nicht im Koffer enthalten sind, kann man diese für wenig Geld und teilweise sogar kostenlos im Aquaristikhandel vornehmen lassen. Sollte sich herausstellen, dass man diese Werte öfter messen möchte oder muss, kann man die fehlenden Tests auch einzeln nachkaufen oder später auf einen größeren Koffer umsteigen.

    Ich lasse meine Garnelen im Urlaub meist fasten. Bei 2 oder mehr Wochen Abwesenheit gebe ich aber auch mal ein Stück JBL Holiday rein (nicht den gesamten Block), am besten in eine Futterschale. Das belastet das Wasser nicht und löst sich langsam auf. Wenn dazu ein paar der bereits erwähnten braunen Blätter im Becken sind, reicht das aus meiner Sicht. Nur bei einem sehr neuen Aquarium wäre ich da vorsichtig, da hat sich eventuell noch nicht genügend Mikrofauna gebildet und de Biologie ist insgesamt eventuell noch nicht stabil genug.


    Wichtig ist, dass man neben der langsamen und behutsamen Steigerung der Laubmenge (wie von Birgit und Volker erwähnt), man weder vorher noch nachher mehr als sonst füttert. Das bringt nichts und belastet nur das Wasser.

    Nach und nach setze ich übrigens immer mehr Blue Dream ins andere Becken um. Vielleicht erwische ich irgendwann alle (soooo viele Babys gerade)

    Das kenne ich 8o . Ich habe Wochen gebraucht, um augenscheinlich alle zu erwischen und da waren noch nicht mal andere Garnelen im Becken. Nachdem ich dachte, das war's und bereits die neuen Garnelen eingezogen waren, habe ich Monate später nochmal 3 einzelne Tiere entdeckt und dann über mehrere Tage verteilt auch fangen können.

    Es läuft jetzt 14 Monate. Im Meerwasserbereich sind Silikate leider immer Thema ;).

    Ah, ich hatte nicht auf dem Schirm, dass es um Meerwasser geht. Das ist anders, da sind Silikate ein Problem. Ich würde empfehlen, mit einer neuen Membran ohne nachgeschalteten MBHF zu probieren und einfach mit einem Wassertest zu schauen, ob noch etwas durchkommt. Ich würde aber jetzt nicht extra dafür eine Membran kaufen, sondern erst, wenn ich ohnehin eine neue brauche.

    Bernd-tm


    Die modernen Anlagen filtern anscheinend durch die Bank auch Silikate raus. So ist es zumindest bei meiner Anlage und auch viele Nutzer im Forum hier berichten davon.


    Wobei ich Silikate nicht per-se als Schadstoff anführen würde, das macht i.d.R. keine Probleme solange die Werte nicht exorbitant hoch sind. Nur die Silikatverbindungen, die manche Wasserwerke zeitweise zur Leitungspflege verwenden, sind problematisch. Diese sind dann aber als komplexe Moleküle schon wieder viel größer als normale Silikate und können die Membran nicht passieren.

    Mit viel Druck kann man Gase auch durch sehr kleine Poren pressen, was kleinere Blasen erzeugt. Die Membran-Luftpumpen erzeugen im Vergleich dazu kaum Druck, so dass eine CO2-Keramik-Membran dafür nicht nutzbar ist. Da kommt einfach nichts raus. Für gröbere Blasen braucht man wiederum keine Keramikmembran, das geht auch mit den herkömmlichen Luftausströmern. Nur Aquario und dann Twinstar (die Aquario gekauft haben) haben es meines Wissens bisher geschafft, eine Keramik-Membran so durchlässig und trotzdem fein genug zu machen, dass diese auch mit wenig Druck funktioniert.

    Generell finde ich, gibt es kaum "gute" Luft Diffusoren die gescheite Bläschen machen. Für CO2 hingegen ist die Palette so groß, das man gar nicht weiß was man kaufen soll.

    Das liegt daran, dass die CO2-Diffusoren mit Druckgas betrieben werden, also mit mindestens 2 Bar. Da kann man natürlich viel feinere Membrane verwenden.

    "Destilliertes Wasser" ist inzwischen ein Marketingname geworden, weil das schon lange nicht mehr destilliert wird. Das Wasser wird, soweit mir das bekannt ist, nur noch im Umkehrosmose-Verfahren gewonnen. Genau so, wie das einige von uns zu Hause auch machen. Nur sind die Dimensionen in der Industrie natürlich "ein wenig" größer.


    Osmosewasser hat prinzipiell nur Vorteile gegenüber Leitungswasser. Es ist frei von Schadstoffen und man kann genau die Werte für GH, KH und pH einstellen, die man haben möchte bzw. welche für die Tiere ideal sind. Dazu benutzt man solche Salze, wie sie Volker oben aufgelistet hat.


    "Destilliertes" oder entmineralisiertes Wasser zu kaufen wird allerdings recht schnell um einiges teurer als eine eigene Osmoseanlage zu nutzen. Die kleinen "Einsteiger"-Modelle reichen für die meisten Becken völlig aus und lassen sich problemlos z.B. im Schrank verstauen, wenn man sie gerade nicht benutzt. Die Bedienung ist simpel, davor muss man keine Angst haben.