Wöchentliche Düngung

  • Nachdem ich lange täglich gedüngt habe, ging mir das dann doch irgendwann auf den Keks. Im Alltag passierte es mir leider immer öfter, dass ich das Düngen aus Zeitmangel einfach vergessen hatte. Ich entschloss mich daher, auf eine wöchentliche Düngung direkt nach dem Wasserwechsel umzusteigen.


    Das prinzipielle Problem


    Die chemisch aktiven Bestandteile der Dünger können durch z.B. Oxidation oder Reaktion umgewandelt werden und sind dann für die Pflanzen nicht mehr verfügbar. Eisen oxidiert z.B. im sauerstoffreichen Wasser sehr schnell vom gut pflanzenverfügbaren zweiwertigen Eisen (Fe II) zu schlechter verwertbaren dreiwertigen Eisen (Fe III). Dieses kann dann mit Phosphat zu Eisenphosphat (FePO4) reagieren, ausfällen und sich als brauner Schlamm absetzen. So kann trotz ausreichender Düngung ein Mangel an Eisen und/oder Phosphat entstehen. Unter anaeroben Bedingungen, also in Abwesenheit von Sauerstoff, kann das Eisenphosphat aber auch wieder reduzieren und damit das Phosphat wieder freisetzen. Dies führt dann zu einem teils plötzlichen Überschuss.


    Moderne Dünger


    Aus meiner Erfahrung funktioniert die wöchentliche Düngung mit modernen, stark chelatierten Düngern genauso gut wie eine tägliche Düngung, ist aber weniger fehleranfällig. Die Mengen lassen sich gerade bei sehr kleinen Becken besser dosieren und durch den festen Zeitpunkt vergisst man das Düngen auch nicht so leicht. Durch die Chelate können die Dünger nicht unerwünscht reagieren, selbst dann nicht wenn die Produkte direkt nacheinander ins Becken gegeben werden. Die wenigen Sekunden Zeitversatz dazwischen reichen vollkommen aus, dass die Dünger sich ausreichend verteilen können und so die lokale Konzentration weit genug gesenkt wird, um nicht mehr reagieren zu können. Man sollte aber niemals Dünger miteinander in einer gemeinsamen Flasche mischen, dies wird durch die hohe Konzentration der Inhaltsstoffe zu unerwünschten Reaktionen führen. Inzwischen gibt es allerdings von z.B. Tropica und Masterline echte All-In-One-Dünger, die neben NPK auch Eisen und Mikronährstoffe in einem Produkt kombinieren und so stabilisiert sind, dass die Inhaltsstoffe auch über lange Zeit nicht miteinander reagieren. Dies galt lange als nicht möglich.


    Woran erkennt man, ob ein Dünger für eine wöchentliche Zugabe geeignet ist?


    Seriöse Hersteller weißen bei der Düngeempfehlung für ihre Produkte explizit darauf hin, ob eine wöchentliche Düngung möglich ist. Mehr Vorsicht ist mit Düngern geboten, die zugunsten einer schnellen Nährstoffverfügbarkeit nur schwach chelatiert sind. Dann ist entweder eine tägliche Düngung notwendig oder die Düngung muss zeitversetzt zu den anderen Düngern passieren. Seriöse Hersteller weisen auch hier explizit darauf hin.

  • Buddy-P

    Hat den Titel des Themas von „Wöchentliche vs. tägliche Düngung“ zu „Wöchentliche Düngung“ geändert.
  • Hi,

    also ich dünge auch wöchentlich nach dem Wasserwechsel.

    Wie du schon geschrieben hast wäre mir eine tägliche Düngung auch zu nervig.

    Wahrscheinlich würde ich es dann auch öfter vergessen.

    Nutzen tue ich das Masterline all in one.

    Ich muss aber gestehen daß ich immer weniger dünge als empfohlen wird.

  • Hallo zusammen,

    also, falls ich nicht die einzige in diesem besten aller Foren ;) bin, die sich noch traut, mit Leitungswasser zu arbeiten 8|: wenn Ihr mit dem Leitungswasser einen flüssigen Wasseraufbereiter nutzt, bitte dran denken, den Dünger erst später gesondert hinzuzugeben. Dennerle sagte auf meine Anfrage, etwa zwei Stunden nach dem Wasserwechsel. Sonst stürzen sich die - wie heißen die Dinger jetzt gleich nochmal - Chelatoren (?) auf die Spuren von Kupfer und Eisen etc. im Dünger und die Pflanzen bekommen nichts ab. Nach zwei Stunden passiere das nicht mehr. Vermutlich ginge es auch, das Wasser frühzeitig mit dem Wasseraufbereiter zu impfen, so dass bis zum WW die Wirkung erschöpft ist. Andere Blogs raten sogar 24 Stunden zu warten.

  • Ich verwende gerade das Prism Salz von dem der Hersteller schreibt, man brauche bei langsam wachsenden Pflanzen gar nicht düngen.


    Scheint auch zu klappen. Im gut besetzten 60er Scape dünge ich gar nicht, in den schwach besetzten Becken nur etwas Nitro und Fosfo. Im 30 er Galaxy Becken ist eine Rotala wallichii drin, die meckert schon mal, wenn ich zu wenig dünge. Da habe ich die richtige Menge noch nicht gefunden.


    Am einfachsten düngemäßig war ein gut mit Stängelpflanzen besetztes 60er. Vollgas Licht, Vollgas Dünger und jede Woche gärtnern. Null Algen, viel Arbeit.


    Jetzt habe ich weit überwiegend pflegeleichtere Becken mit Bucen und Moosen und habe immer mal wieder Algen. Das System ist wesentlich fragiler.

  • falls ich nicht die einzige in diesem besten aller Foren ;) bin, die sich noch traut, mit Leitungswasser zu arbeiten

    Ich denke, du bist sicher nicht allein. Ich habe viele Jahre Leitungswasser eingesetzt, allerdings nicht mit Garnelen (die hatte ich damals noch nicht). Ich würde das auch heute noch in einigen (nicht allen) Becken machen, wenn das Wasser an meinem jetzigen Wohnort es zulassen würde. Den Hinweis mit dem Wasseraufbereiter kannte ich noch nicht, das ist interessant und leuchtet auch ein.