Aquariumneuling, Besatz eines 90 Liter Cubes

  • Hallo Garnolli!


    Zu deiner Düngestrategie hätte ich noch folgenden Tip: Siehe auf der Seite deines Wasserwerks nach (welches Wasser du von welchem Werk bekommst sollte in einer Google-Recherche zu finden sein, dort müssen (lt. Gesetz!) immer die aktuellen Messwerte veröffentlicht werden. Das ist eine lange Liste an Werten, dich interessiert vor allem Nitrat und Phosphat. So kannst du einfach und kostenlos rausfinden, was du dir über das Wasser schon einträgst und kannst deinen NPK Dünger vielleicht besser dosieren (vllt. brauchst du den nicht?).

    Lasse dich nicht vom Kupferwert (also in der Liste des Wasserwerks) verleiten, anzunehmen, es sei kein Kupfer vorhanden. Das reichert sich erst auf dem Weg zu deinem Wasserhahn im Wasser an, je nach Bedingungen bei dir. Auch ist der Silikatwert nicht in diesen Listen verzeichnet. Viele Wasserwerke reichern das Leitungswasser mit Unmengen Silikat an (um die Rohre zu schützen). So auch bei mir. Und dann wunderst du dich über die enorme Kieselalgenblüte...


    Viele Grüße und gutes Gelingen!

  • Leider sind die Messwerte der Wasserwerke entweder Mittelwerte oder eine Momentaufnahme zu einem bestimmten Stichtag. Das kann enorm schwanken. Z.B. allein ob das Wasser in einem landwirtschaftlich genutzten Gebiet gewonnen wird und ob es dort geregnet hat macht einen riesen Unterschied im Nitrat- und Phosphatwert. Bei mir zu Hause (Bayern) schwankte letztes Jahr Nitrat von 0 bis 10 mg/l und Phosphat von 0 bis 0,5 mg/l.


    Selber messen ist das einzige, was Klarheit gibt.

  • Ich habe mich so über mein schlechtes Leitungswasser aufgeregt, dass ich mir hier direkt nach Einzug gleich eine Osmoseanlage (ohne Mischbettharzfilter) angeschafft habe. Silikatwert war vorher bei 80! mg/l (habe ich durch eine Verdünnungsreihe des Leitungswassers mit dest. Wasser mittels Silikattest ermittelt).

    Es ist tatsächlich auch noch ein Rest Silikat darin, mit dem ich aber jetzt gut leben kann (an den Wert erinnere ich mich nicht).

  • Leider sind die Messwerte der Wasserwerke entweder Mittelwerte oder eine Momentaufnahme zu einem bestimmten Stichtag. Das kann enorm schwanken. Z.B. allein ob das Wasser in einem landwirtschaftlich genutzten Gebiet gewonnen wird und ob es dort geregnet hat macht einen riesen Unterschied im Nitrat- und Phosphatwert. Bei mir zu Hause (Bayern) schwankte letztes Jahr Nitrat von 0 bis 10 mg/l und Phosphat von 0 bis 0,5 mg/l.


    Selber messen ist das einzige, was Klarheit gibt.


    Auch wieder wahr, natürlich wenn verfügbar, immer Tropfentest am eigenen Wasser.

    Liegt wahrscheinlich allerdings auch an der Intensität der landwirtschaftlichen Nutzung der Region. Die Werte sollten im Februar/März und November (wenn gegüllt werden darf) extrem nach oben gehen.

  • Hallo Constanze,

    ich glaube, die Empfehlung ist wirklich abhängig vom Wohnort.

    Ich wohne in einer Hamburger Mischwasserzone (keine Landwirtschaft) und die Werte (gerade Nitrat) schwanken täglich und erheblich.

    LG

    Karin

  • Ich habe mich so über mein schlechtes Leitungswasser aufgeregt, dass ich mir hier direkt nach Einzug gleich eine Osmoseanlage (ohne Mischbettharzfilter) angeschafft habe. Silikatwert war vorher bei 80! mg/l (habe ich durch eine Verdünnungsreihe des Leitungswassers mit dest. Wasser mittels Silikattest ermittelt).

    Es ist tatsächlich auch noch ein Rest Silikat darin, mit dem ich aber jetzt gut leben kann (an den Wert erinnere ich mich nicht).

    Silikat ist ja nicht schlechtes. Nur wenn die Werte zu hoch sind kann man davon ausgehen, dass das die kohlenstoffaktivierten Silikatverbindungen oder die Polyphosphatgemische mit Silikatanteil der Wasserwerke sind, die zur Leitungspflege benutzt werden.


    Inzwischen glaube ich, dass diese häßlichen Silikatverbindungen in der Membran der meisten Osmoseanlagen hängen bleiben und die Restsilikate, die dann noch nachweisbar sind, unkritisch sind. Sicher bin ich mir damit allerdings auch noch nicht. Bei mir jedenfalls reicht es ohne MBHF auch aus.

  • Danke für die vielen Anregungen! Ist ja eine interessante Diskussion geworden. Wasseraufbereiter sind ja doch viel mehr in Gebrauch als ich vermutet hätte.



    Was das düngen angeht: Ich werde wohl, sobald ich mir den NPK Dünger besorgt hab, erstmal ganz minimal düngen, so maximal halbe Dosierung.


    Was weitere Anschaffugen wie diverse Tests etc. angeht muss ich erstmal schauen, bin halt noch Student und die Erstausstattung war ein Geburtstagsgeschenk. Jetzt wirds wieder knapper und der Besatz muss ja auch noch bezahlt werden. :P Und es steht ja noch halt der NPK Dünger und der Kupfertest auf der Einkaufsliste. :)



    Hab aber die Trinkwasseranalyse gefunden. ->

    https://www.rheinenergie.com/m…nalyse_Linksrheinisch.pdf


    Also Nitrat ist mit 20 mg pro Liter auf jeden Fall laut dieser Momentausnahme reichlich vorhanden, Phosphat wäre mit 0,005 mg pro Liter etwas zu wenig.

    Kalium mit 4,3 mg/Liter fast schon im Rahmen und Eisen wäre mit 0,02 mg pro Liter zuwenig.


    Die ungefähren Sollwerte hab ich aus dieser Quelle: https://www.aquasabi.de/aquasc…-pflanzenaquariums-teil-3

  • Vorsicht mit diesen Werten auf Aquasabi, die sind für stark bepflanzte Aquascapes und ohne Besatz. Du brauchst mit Sicherheit viel weniger Dünger. Ich an deiner Stelle würde Einzelkomponenten kaufen und auf Nitrat und Kalium erstmal verzichten, also nur Phosphat und Eisen düngen (und kaufen) und natürlich mit geringer Dosis starten. Nimm für den Anfang die kleinste Flaschengröße und investiere lieber in einen Testkoffer, z.B. den von Sera, der ist gut, umfangreich und mit dieser Ausstattung das mit Abstand günstigste Angebot.


    https://smile.amazon.de/dp/B00…pa_i_1628BWYEMVR2EGJK2SVH

  • Hey, ich habe gerade in die Wasseranalyse gesehen. Du hast außer viel Nitrat auch eine hohe Karbonathärte von 12 °dH. Da solltest du deinen Besatz nach planen, weil man die KH so ohne weiteres nicht gesenkt bekommt ohne großartig Säuren einzusetzen (was wiederum den Leitwert erhöht etc.). Soil senkt die KH zwar, ich habe aber keine Erfahrung damit, wie effektiv das bei hartem Wasser noch ist. Es gibt zu diesem Thema bestimmt qualifiziertere Beiträge hier im Forum, vielleicht weißt du ja auch schon Bescheid darüber, will das hier gar nicht breittreten. Ich habe gerade nochmal den Anfang dieses Threads gelesen, ja du hast dir diesbezüglich ja schon Gedanken gemacht!

    Ich habe mein Hobby übrigens früher auch als Studentin betrieben, ohne nennenswerte finanzielle Mittel. Erst jetzt habe ich mich in einige Unkosten gestürzt.

    Und es ist echt viel, was man so braucht, je mehr man recherchiert auf desto mehr Dinge stößt man, die man noch benötigt. Das einzige was man vermeiden kann ist es Dinge zu kaufen, die man dann doch nicht braucht, kommt halt auch vor.

    Leider ist es, wenn man es professionell betreibt, und anspruchsvolle Arten halten will, ein durchaus kostenintensives Hobby (vieles ist Erstanschaffung, Wassertests reichen einige Zeit, dennoch ist alles teuer). Vor allem kommt man sehr schnell auf die Idee, noch ein oder zwei weitere Becken betreiben zu wollen...zum Thema Sucht findet man auch einiges hier im Forum:-)))

    Du tust auf jeden Fall gut daran, dein Becken vernünftig einzufahren. Und dein Becken ist groß genug, dass es stabil laufen sollte. Du hast mit der Wasseranalyse schon einmal zumindest einen Anhaltspunkt, dass du mit Nitrat vorsichtig sein solltest. Vielleicht kannst du deinen Besatz ja sehr günstig erwerben (es gibt ja einige Leute, die z.B. Neocaridina davidii var. Blue Dream Nachzuchten sehr günstig abgeben). Deine Wasserwerte kannst du allerdings auch in fast jedem Zoofachgeschäft testen lassen (die haben meist einen ganzen Testtisch mit den ganzen Farbtafeln der Tropfentests und testen dir alle Werte durch, die du wissen willst). Sogar bei Hornbach geht das!

    Das wäre für dich, wenn du Geld sparen willst/musst, vielleicht eine Alternative.

  • Vorsicht mit diesen Werten auf Aquasabi, die sind für stark bepflanzte Aquascapes und ohne Besatz. Du brauchst mit Sicherheit viel weniger Dünger. Ich an deiner Stelle würde Einzelkomponenten kaufen und auf Nitrat und Kalium erstmal verzichten, also nur Phosphat und Eisen düngen (und kaufen) und natürlich mit geringer Dosis starten. Nimm für den Anfang die kleinste Flaschengröße und investiere lieber in einen Testkoffer, z.B. den von Sera, der ist gut, umfangreich und mit dieser Ausstattung das mit Abstand günstigste Angebot.


    https://smile.amazon.de/dp/B00…pa_i_1628BWYEMVR2EGJK2SVH


    Oh, und das Angebot von Sera mit den 10 Tests im Koffer ist wirklich super! Wenn du anfängst alle einzeln zu kaufen, wird das teurer. Und die Werte die du da ermitteln kannst werden dich alle interessieren.

  • Buddy-P: Danke für den Tipp, das Set ist ja wirklich recht günstig, zumindest im Vergleich zum Kauf der einzelnen Tests! Dann werd ich das wohl echt so rum machen.


    Constanze: Ja, das Wasser hier linksrheinisch in Köln ist tatsächlich sehr hart. Im Prinzip sind (ohne mehr Aufwand) nur Neocaridina übriggeblieben und maximal eine handvoll Fischarten. Aber das ist ja auch voll ok.

    Meine Eltern hatten damals Neonsalmer im Becken..jetzt weiß ich auch warum die andauernd so verhätnismäßig schnell verstorben sind. O.o

    Aber vor 20 Jahren war ja wohl noch vieles anders und Infos längst nicht so leicht verfügbar.


    Für Soil wärs jetzt auch schon zu spät und da die Wirkung da ja auch nachlässt mit der Zeit wäre mir das ehrlich gesagt auch zu aufwendig gewesen für den Start. Drin ist jetzt jede Menge Kies. )


    Und jaaaaa, es ist echt viel, was man braucht bzw. auch die Liste der Dinge die "very nice to have" sind ist lang. Naja zumindest beim Aquarium bin ich auch selber schuld, ich wollte ungedingt den Weißglascube von BLAU Aquaristik. Aber schön isser ja, ich bereue nichts! Anfangs sollte es eigentlich nur max. nen 30er Cube werden, aber die größere Wassermenge zwecks biologischer Stabilität und die Optik und Möglichkeiten habens dann doch größer werden lassen. ^^


    Ja die Sucht, gefühlt hat ja kaum einer der hier aktiven Schreiber "nur" ein Becken. Aber da schützt mich in Zukunft wohl etwas der Platz...mehr als nen 20 oder 30 cm Cube würde hier im "schlimmsten Fall" niiiiirgendwo mehr hinpassen. :saint:

  • Echt interessant, was es so alles an Ausstattung gibt! Aquarianer haben ja anscheinend für alles direkt 4-5 Lösungen.

    Das ist mir aber mindestens 3 Nummern zu teuer. :)


    So, ansonsten gabs gestern noch eine erste Umgestaltung, war irgendwie gar nicht zufrieden. Ich habe mal die Wasserkelche alle separiert (ging am Anfang noch gar nicht, nach ner Woche haben sich die Wurzeln irgendwie gelöst voneinander) und auch die Rotala in Einzelpflanzen separiert und etwas nach vorne gesetzt.


    Uiuiui, jetzt hab ich fast eine Wasserkelchmonokultur. :) Aber auf jeden Fall ist genug Pflanzenmasse drin. ^^


    Die Wurzel ist nach hinten gewandert, wird natürlich zu wuchern aber mir gefällt es so schonmal deutlich besser.


    Ansonsten hab ich meinen dummen Fehlkauf jetzt doch eingesetzt, den Aquael Circulator 500 (falsche Pumpe zum Adapter....dafür liegt das Sera Lufthebergestell jetzt ungenutzt rum..jaja Lehrgeld halt), da mir die Filterkonstruktion optisch auch nicht so gefiel und Platz für die Wurzel her musste. Schön runtergedrosselt läuft der Circulator auch gut mit dem feinen Schwamm.


    Jetzt sind dann halt zwei Pumpen in den Ecken, aber es gefällt mir so schon besser und das Filtersystem ist jetzt auch redundant wenn mal eine Pumpe, warum auch immer das passieren sollte, ausfällt. 8o Und bald wird man ja auch nicht mehr soooviel davon sehen.


    erste umgestaltung_autoscaled.jpg