Ist der Aquael Mini UV ein Spielzeug?

  • Es gibt ja leider keine eierlegende Wollmilchsau

    Ich weiß, aber ich hätte schon gerne eine valide Info, ob das Teil mit diversen Zusätzen kompatibel ist oder nur in reinem Osmosewasser Sinn macht.

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass das UV-Licht im Mini UV Klärer allein der Fa. Aquael zu Liebe die Naturgesetze außer Kraft setzt. Wenn UV-Licht die EDTA-Chelatoren aufbricht, dann müsste das auch im Mini passieren, oder? Schließlich soll es ja doch wohl auch sonst die gleiche Wirkung haben, auch wenn vermutlich UVA Strahlung abgegeben und über die Reflexion im Wasser in den UVC Bereich verschoben wird (🤓die Weisheit stammt nicht von mir, ich hab es aus Logemanns wiki). Was wirkt ist das UVC, und der Physik ist es egal, wie das wirksame Spektrum erreicht wird. Und natürlich ist es relevant zu wissen, ob Medikamente, Vitamine, Dünger, Wasserzusätze noch wirken. Immerhin rät die Fa. JBL in der Bedienungsanleitung zu ihrem Klärer vom Dauereinsatz ab, weil es zu Beeinträchtigungen kommt.

    Und ich denke auch, Tom , wenn Du das Ding uneingeschränkt für alle Garnelenbecken empfiehlst, und das hast Du gemacht, dann sollten diese Fragen geklärt sein und fairerweise auch deutlich angesprochen werden. Denn nur dann kann ich auf vernünftiger Grundlage entscheiden, ob ich die Eier, die Wolle oder die Milch nehme ;)

    Das ist der Punkt an dem ich dann wie oben schon beschrieben aussteige :thumbsup:
    Man kann da leider keine Frage aus Mangel an relevanten Information beantworten , denn man kann denke ich nicht unbedingt eine LED mit einer Glühbirne gleichsetzen.

    Und um noch was darzulegen, wenn ich etwas empfehle, dann muss und kann ich nicht sämtliche Wechselwirkungen kennen und aufzeigen, das würde den Rahmen deutlich sprengen und ich denke mancher Leser könnte dabei auch einschlafen beim lesen :D:saint:

  • Tom

    Schön, dass Du nochmal geantwortet hast, ich fürchte nur, ich konnte nicht deutlich machen, was mich so frustriert hat. Macht nichts, wir müssen uns ja auch nicht in allem einig sein. Wenn es mich nächste Woche doch noch immer wurmen sollte (glaube ich aber eigentlich nicht :) ), melde ich mich mal per Telefon, da läßt sich das dann bestimmt besser klären.

  • Ich habe in allen Becken einen UVC-Klärer dauerhaft laufen, in den beiden Cubes den Mini-UV von Aquael, in den beiden anderen Becken ein etwas größeres Modell von Aquael mit 3 Watt. Meiner Meinung nach wird der Keimdruck dauerhaft gesenkt und das merkt man auch, vor allem bei kleineren Becken mit entsprechend kleinen Filtern ist das aus meiner Sicht sehr empfehlenswert. Von den kleinen Mini-UV darf man sich nicht mehr erwarten, gegen Algensporen hilft nur ein größeres Modell mit mehr Power und der von Tom erwähnten "Weltraumstrahlung" (ich finde diese Bezeichnung sehr passend).


    Ich kann mit meinen Geräten keine negativen Auswirkungen auf Dünger feststellen, die Chelate gehen davon meiner Erfahrung nach nicht kaputt. Normale Wasseraufbereiter sollte man im Wechselwasser außerhalb des Aquariums anwenden, dann binden diese alle Schadstoffe sofort und fällen als Feststoffe aus oder werden später im Filter zurückgehalten. Nur bei der Verwendung von Bakterienprodukten und Medikamenten sollte man den UVC-Klärer ausschalten. Die Bakterien könnten sonst vom UVC-Licht abgetötet werden, bevor sie sesshaft werden. Medikamente sind oft empfindlich gegenüber UV-Licht. Bei mir stand auf den entsprechenden Produkten immer explizit drauf, ob und wie lange man einen UVC-Klärer ausschalten sollte.


    Ob Osmosewasser oder Leitungswasser ist aus meiner Sicht egal, weil die UVC-Klärer mit ihrer relativ geringen Leistung aus meiner Erfahrung heraus auf die chemischen Bestandteile im Wasser praktisch keinen Einfluss haben. Chemische Schadstoffe verbleiben also auch mit UVC im Wasser.


    Alle UVC-Klärer müssen hin und wieder gereinigt werden, die Reinigungsintervalle hängen vom Modell und dem jeweiligen Becken ab. Gerade die kleinen Dioden im Mini-UV können so weit verdrecken, dass man gar kein Licht mehr sieht. Und dann hat der UVC-Klärer praktisch keine Wirkung mehr. Für den Mini-UV hat sich bei mir eine kleine Bürste für die grobe Reinigung bewährt. Danach stopfe ich immer einen Strang Filterwatte rein und drehe ihn ordentlich im Gehäuse, manchmal auch mit Hilfe einer abgewinkelten Pinzette. So werden die Dioden wieder sauber und hell.


    Noch ein kleiner Tipp:

    Die Mini-UV lassen sich aufeinander stecken, man kann also auch mehrere davon hintereinander verwenden und damit eine größere Leistung erzielen. In einem meiner beiden Cubes wurde der Mini-UV mit einer recht hartnäckigen, aber ungefährlichen Bakterienblüte nicht fertig und auch sonst halfen die üblichen Maßnahmen nicht dauerhaft. Zwei Mini-UV direkt hintereinander und ein großer Wasserwechsel haben das Problem innerhalb eines Tages beseitigt. Ich lasse das jetzt auch dauerhaft so laufen.

  • Buddy-P

    Du hast im Ergebnis sicher Recht, und ich würde die keimreduzierende Wirkung des Mini UV nach wie vor gerne nutzen. Allerdings müsste ich dann wohl auf zeolith-basierte Wasseraufbereiter umstellen, denn die mit Chelatoren arbeitenden, wie z.B. JBL Biotopol, fallen im Wechselwasser, soweit ich das beobachten konnte, nicht aus. Das Zeug kommt mit dem Wechselwasser ins Aquarium und wird im Prinzip beim nächsten WW ausgetragen und „erneuert“. Oder ich hänge ein Säckchen Zeolith über Nacht ins Wechselwasser. Habe ich aber auch nicht vorrätig.


    Leider hat Aquael noch nicht geantwortet. Nur kann ich mir wirklich nicht vorstellen, dass der Mini einerseits mit seinem UV gegen Keime hilft und zugleich die uv-empfindlichen Chelatoren nicht aufbricht. Das ist einfach nur Physik und Chemie, gute, alte, berechenbare Naturwissenschaft. Entweder wirkt UV-Licht auf eine bestimmte Weise oder es tut das nicht. Chelatoren sind nun einmal uv-empfindlich. Der Mini UV Klärer unterscheidet nicht zwischen guter und schlechter Wirkung oder setzt mit seiner Beleuchtung aus, wenn ein chelatorgebundenes Schwermetall vorbeikommt. Und im Laufe einer Woche zwischen den WWs kommt das Aquarienwasser mehrfach an den Mini UV vorbei, genug Möglichkeit, die schützenden Verbindungen aufzubrechen.

    Beim Dünger kann man dann auch sicher gegensteuern, indem z.B. man mehr reingibt bzw. besser mit angepasster Dosis nicht nur wöchentlich düngt, sondern 2x die Woche oder sogar täglich, denn das Wasser muss ja erstmal durch den Mini durch, bis dahin haben die Pflanzen sicher eine Chance, Dünger aufzunehmen. Wenn aber z.B. die Bindung zerstört wird, die z.B. das Kupfer aus dem Leitungswasser ummantelt, wäre das auf Dauer unangenehm. Dann kann ich mein Leitungswasser auch gleich so reingeben und einfach hoffen, dass aus der Hausleitung gar kein Kupfer abgegeben wurde.

    Falls Aquael sich nicht meldet und mir glaubhaft das Gegenteil erklärt, werde ich wohl bald auf Zeolith als Wasseraufbereiter umstellen. Denn - siehe oben - ich würde den Mini UV gerne nutzen, aber eben für meine Nelchen sicher und nicht als zusätzliche Gefahrenquelle.

  • Armadillidium :

    Meiner Meinung nach hast du einen Denkfehler. UVC kann EDTA-Chelatoren aufbrechen, die gern in flüssigen Wasseraufbereitern verwendet werden. Verwendest du den Aufbereiter im Wechselwasser außerhalb des Beckens, sind die Schadstoffe schon gebunden und fallen entweder zu Boden oder bleiben im Filter hängen, noch bevor sie mit dem UV-Licht in Berührung kommen. Der UVC-Klärer sitzt üblicherweise nach dem Filter im Auslass, so dass dort keine relevanten Mengen an chelatierten Schadstoffen mehr ankommen. Mit anderen Worten: Diese Stoffe schweben nicht im Wasser und werden ständig durch den Filter und damit durch den UVC-Klärer gespült.

  • Buddy-P

    Bist Du sicher? Ich dachte, dass nur die mit Zeolith gebundenen Stoff ausfallen bzw. auf den Boden sinken. Während die EDTA gebundenen fröhlich vor sich hin schwimmen. Zeolith ist ja eigentlich ein Gestein, dass in den meisten Aufbereitern als Pulver enthalten ist. Dachte ich jedenfalls. Wenn die Chelatoren ebenfalls absinken, besteht das Problem natürlich kaum bzw. ich kann das Wechselwasser abschöpfen. Was ich gerade prompt nicht gemacht habe, weil ich fast zu wenig Wasser hatte … nachdem ich meine neuen Pflanzen eingesetzt und dabei etwas rumgesaut hatte ^^

  • Es geht ja nicht um die Chelatoren, sondern um Schwermetalle und Schadstoffe, die darin eingeschlossen werden. Und die, welche von EDTA gebunden werden, sind schwerer als Wasser. Du kannst trotzdem das Wasser komplett verwenden, die Schwermetalle sind ja nur in Spuren vorhanden und bleiben am Eimerboden liegen oder landen im Filter, wenn etwas aufwirbelt wird.

  • Buddy-P

    Ich verstehe Deinen Ansatz. Ich frage mich nur, weshalb dann im Wiki von Logemanns auf die Problematik hingewiesen wird, dass beim Einsatz von UVC-Klärern chelategebundene Schadstoffe wieder freigesetzt werden und an anderer Stelle ausdrücklich die Problematik chelatebasierter Wasseraufbereiter in Kombi mit UVC thematisiert wird. Und JBL rät bei seinen UVC Klärern von dem Dauereinsatz ab, unter anderem, weil der Dünger dann nicht richtig wirkt (hatte ich ja schon geschrieben).

    Haben wir zufällig Chemiker oder Chemielaboranten im Forum? Es muss doch eine widerspruchsfreie Erklärung geben, oder? (Jetzt sag nicht, dass Du eins von beiden bist ;))

  • Entweder wirkt UV-Licht auf eine bestimmte Weise oder es tut das nicht. Chelatoren sind nun einmal uv-empfindlich.

    Die Frage ist, ist das violette Licht des UV-Mini echte UV Strahlung oder nicht. Ich weis das nicht, bin kein tekkie, denke aber wenn das "echtes" UV Licht wäre, dann wäre der UV Mini genauso abgeschirmt wie jeder "große" UVC, wo du kein Licht sehen darfst weil es die Augen schädigt.

    chelatorgebundenes Schwermetall vorbeikommt


    Ist die chelator Schutzschicht organisch? Das wäre mal die erste Frage die mir da einfällt, denn UV Licht zerstört alles organische.Leider hab ich zur Zusammensetzung von chelatoren nichts gefunden.

  • Die Frage ist, ist das violette Licht des UV-Mini echte UV Strahlung oder nicht.

    Aquael ist nicht ganz eindeutig, welche UV Strahlung verwendet wird. Auf der Packung steht nur „UV Modul“. An dem Kabel ist ein riesiges gelbes Warnschild mit „Achtung!!! Gefährliche ultraviolette Strahlung! UV Strahlung ist gefährlich für die Augen und Haut. Verwenden Sie nicht die Quelle der UVC außerhalb des Geräts …“

    Ist die chelator Schutzschicht organisch?

    EDTA als Chelator ist, wenn ich das richtig verstehe, eine Essigsäureverbindung.

  • Hallo zusammen,


    wie wäre es mit dem Wechsel des "Schadstoffadsorbers"?

    Ich habe gute Erfahrungen mit dem FFM von EasyLife gemacht. Sowit mir bekannt, ist das "flüssiges" Zeolith. Es bindet Schadstoffe und viele andere Stoffe, wie Zeolith auch, und landet dann im Filter.

    Hier Tom's Seite und sein Kommentar dazu.

    Damit gehst du dem Problem der Chelatoren einfach aus dem Weg.

  • Bernd-tm Danke Christopher, ja auf der Schiene bin ich inzwischen auch gelandet. Ich überlege, ob ein Säckchen Zeolith über Nacht ins Wechselwasser nicht noch besser wäre. Ab und zu schwenken. Nicht mitten in der Nacht, natürlich :sleeping::) Bei mir steht das Wechselwasser etwa 20 Stunden, das solte reichen. Oder in einen Notfilter und den ins Wechselwasser, habe hier 2 rumliegen. Dann kommen eventuell vorhandene Schadstoffe gar nicht erst ins Becken. Oder halt flüssigen Absorber ins Wechselwasser und den Bodensatz drinlassen. Ich überlege noch, was für mich am besten zu händeln ist :/

  • Ich habe noch mal gründlich rumgelesen (Logemanns wiki, drta archiv etc.) und werde wohl unabhängig vom Mini UV auf zeolithbasierte Wasseraufbereitung umsteigen, möglichst so, dass gar nichts ins Becken gerät. Es scheint alles so seine Schwachstellen zu haben, nix mit Quadratur des Kreises, aber ich versuche, so dicht dran zu kommen, wie möglich 🤓. Den Easy Life FFM werde ich mir auch holen, falls es mal schnell gehen muss. Und wenn ich dann den Mini UV einsetzen muss oder möchte, bin ich auf der sicheren Seite.

    Noch habe ich ja auch die Hoffnung, dass Aquael sich auf meine Frage meldet.